Gütersloher Schulen warten aufs W-Lan – alles hängt am Access Point
Tablets liegen verpackt im Keller

Gütersloh (WB). Nicht nur die Stadtschulpflegschaft wird langsam nervös. Seit Wochen liegen Tablets verpackt in Schulkellern und nichts passiert. Was ist jetzt mit dem Digitalen Aufbruch an Grund- und weiterführenden Schulen?

Mittwoch, 06.11.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 08:30 Uhr
Michael Baumeister (Regio IT), Birgit Bodenstedt (Stadt), IT-Beirats-Vorsitzender Martin Fugmann, Dezernent Henning Matthes und Fachbereichsleiter Carsten Schlepphorst (von links) empfangen W-Lan und können ihr Tablet darum auspacken. Foto: Stephan Rechlin

Die gute Nachricht: Gütersloh ist mit der digitalen Aufrüstung seiner Schulen schon weiter als andere Kommunen in Ostwestfalen-Lippe und in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens. Die schlechte Nachricht: An einigen Schulen wird es noch dauern, bis Tablets und Laptops ausgepackt und im Unterricht eingesetzt werden können.

Das liegt vor allem an den so genannten Access Points, den technischen Zugangspunkten, die ermöglichen sollen, das der Schule zur Verfügung stehende W-Lan auch in jedem einzelnen Klassenraum nutzen zu können. »Mit der Aufstellung eines Routers ist es nicht getan«, erläutert Carsten Schlepphorst, Fachbereichsleiter Personal, Organisation und IT bei der Stadt. Neue Leitungen müssten verlegt, vorhandene Anschlüsse umgesetzt, der Brandschutz angepasst werden. Die Hälfte der Gütersloher Grundschulen sei inzwischen mit 110 solcher Access Points versorgt. Bei den weiterführenden Schulen deckten 310 solcher Zugangspunkte nur ein Drittel des Bedarfs ab. Bis zum Jahresende werden alle Gütersloher Schulen mit Glasfaserkabel versorgt sein. Bildungsdezernent Henning Matthes: »Doch die flächendeckende W-Lan-Versorgung wird uns allein wegen der damit verbundenen Bauarbeiten noch drei bis vier Jahre beschäftigen.«

Ohne W-Lan kein Whiteboard

Erst wenn das W-Lan verfügbar ist, hat es für die Regio IT Sinn, Displays und Whiteboards zu in-stallieren und die von allen Schulen einzusetzende Software Logodidact aufzuspielen. Wie gesagt, der Prozess läuft. Drei Millionen Euro hat die Stadt inzwischen investiert, darunter eine Million Euro Fördermittel. Davon wurden unter anderem 150 Displays zum Einzelpreis von 6500 Euro angeschafft, die schon jetzt grüne Tafel und weiße Kreide in Klassenräumen ersetzen. In den kommenden Jahren sieht der Haushaltsplan weitere 6,9 Millionen Euro Inve-stitionsmittel vor.

Der Fortschritt sei mühsam, weil sich mit jeder neuen Ausbaustufe neue Anforderungen ergeben würden. Matthes: »Vorhandene, gut funktionierende Insellösungen sind auf die neue Technik umzustellen. Für manche Schulen bedeutet das erst einmal einen Rückschritt.« Derzeit bereite das Upgrade auf Windows 10 Probleme. Ob Lehrer ihren Laptop selber bezahlen müssen, wie hoch der Eigenbeitrag von Eltern an weiterführenden Schulen ausfalle, all’ das könne noch nicht gesagt werden. Matthes: »Das Land weiß noch nicht, ob Tablets und Laptops auch Lehrmittel sind.«

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