Mansergh-Barracks: Wie die Umwandlung zu einer zivilen Nutzung abläuft
Weiter Weg bis zum Quartier

Gütersloh (WB). Von der Kaserne zum attraktiven Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten, Lernen und Erholen vernetzt sind: Ob die Vision von Bürgermeister Henning Schulz zur Zukunft der früheren Mansergh-Barracks Realität wird, ist längst noch nicht gewiss.

Mittwoch, 06.11.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 11:20 Uhr
Aus dem militärischen Sperrbezirk könnte ein neues Stadtquartier werden. Foto: Carsten Borgmeier

In rund drei Wochen veranstaltet die Stadt ihre mehrtägige Entwurfswerkstatt: Vier Architekten- und Stadtplaner-Teams sowie die Bürgerschaft erarbeiten dann im früheren Offizierscasino Konzepte, wie das etwa 350.000 Quadratmeter große, ehemalige Militär-Areal mit mehr als 50 Gebäuden und Hallen an der Verler Straße einmal zivil aussehen könnte.

Doch noch ist das Gelände im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, deren Sachwalter die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) mit Dienststelle in Bielefeld ist. Von dort aus kümmert sich Dr. Felix Nolte (42) als Verkaufsmanager für den Bereich Ostwestfalen-Lippe (OWL) um die Gütersloher Liegenschaften.

»Erst wenn alle ablehnen, können Kaufverhandlungen beginnen«

Wann und ob er der Stadt die Erstzugriffsoption zum Kauf des Geländes übermittelt, dazu kann Dr. Nolte derzeit noch nichts sagen. Aktuell, so der Bima-Verantwortliche im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, werde geprüft, ob Bundes- oder Landesbehörden wie zum Beispiel Bundeswehr, Polizei, Technisches Hilfswerk (THW) oder die Bezirksregierung Detmold Bedarf an der im Oktober von den Briten verlassenen Artillerie-Kaserne haben.

»Erst wenn diese Behörden alle ablehnen, können die Kaufverhandlungen mit der Stadt Gütersloh beginnen. Ein Zeitraum dafür ist aber noch nicht absehbar«, betont der 42-Jährige. Sollte der Kommune der Erstzugriff mitgeteilt werden, habe sie sechs Monate Zeit, der Bima ein Nutzungskonzept vorzulegen, so Dr. Nolte.

In dem Zusammenhang werde dann auch der Verkehrswert des Areals von Gutachtern ermittelt. Eine zentrale Rolle dabei spielten die zu erwartenden Kosten, die Liegenschaft überhaupt zivil nutzen zu können. »Müssen neue Straßen und Kanäle angelegt werden? In welchem Zustand sind die Gebäude?«, nennt der Fachmann von der Bima wichtige Punkte der zu führenden Verhandlungen. Auch etwaige Altlasten im Boden könnten dazu führen, dass der Wert des Areals niedriger bewertet werde.

Verfahren kann sich über Jahre hinziehen

Und solange all diese Verhandlungen und Gutachten, die sich über Jahre hinziehen könnten, nicht abgeschlossen seien, hätten übergeordnete Behörden wie zum Beispiel Bundeswehr oder Polizei nach wie vor ein Zugriffsrecht auf die alte Kaserne. Dr. Felix Nolte erinnert in diesem Zusammenhang die Flüchtlingskrise 2015.

Zur damaligen Zeit hätten einige Kommunen in Deutschland die Konversion zunächst nicht umsetzen können, weil der Bund ehemalige Militär-Liegenschaften plötzlich für die Geflüchteten benötigte. Dr. Nolte: »Viele Kommunen sahen dies rückblickend als Glücksfall.«

Der 42-Jährige: »Ich persönlich würde mich freuen, wenn die ehemalige Mansergh-Kaserne zu einem neuen Stadtquartier wird.«

 

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