150 E-Scooter will eine Verleihfirma im Stadtgebiet stationieren – Politiker sind skeptisch
»Dieses Spielzeug brauchen wir nicht«

Gütersloh (WB/mdel). In Bielefeld hat das Berliner Start-Up Tier Mobility bereits im August 400 E-Scooter stationiert. Nun rollt die Welle auch auf Gütersloh zu.

Donnerstag, 03.10.2019, 15:03 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 16:00 Uhr
Pro Standort sollen fünf E-Scooter platziert werden. Noch unklar ist, wann das Angebot startet. Foto: dpa

Tier Mobility will hier 150 E-Scooter zum Verleihen aufstellen. Sie sollen auf etwa 30 Orte im Stadtgebiet verteilt werden. Wie Ordnungsamtsleiter Thomas Habig im Planungsausschuss ausführte, sollen die Standorte in Abstimmung mit der Stadt ausgewählt werden. Den Berlinern schwebt ein »Geschäftsbereich« zwischen Stadtring und Bundesstraße 61 vor. An jedem der 30 Standorte könnten jeweils fünf E-Scooter platziert werden.

Tier Mobility nutzt die neueste Generation von Scootern, die erst im Juni eingeführt wurden. Sie werden in China produziert, die Reichweite beträgt etwa 30 Kilometer. Die Roller sind mit einem GPS-Tracker ausgestattet, sodass sie jederzeit geortet werden können. Jeden Abend werden die Roller eingesammelt, gewartet und aufgeladen. Bis 7 Uhr morgens werden die Geräte dann wieder zur Nutzung bereit stehen.

Stadt kann Verbotszonen für sensible Bereiche erlassen

Abgestellt werden die E-Roller auf ausgewiesenen Parkzonen, die mit der Stadt abgestimmt werden. In der Nachbarstadt Bielefeld zahlen die Nutzer pro Fahrt eine Aktivierungsgebühr von einem Euro und 15 Cent pro Minute. Nach der Fahrt kann der Roller flexibel an geeigneten Stellen geparkt werden.

Nach Angaben von Thomas Habig kann die Stadt Verbotszonen für sensible Bereiche erlassen. Dazu zählen die Fußgängerzone und auch Parkanlagen. Verstöße könnten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Es sei auch möglich, die Geschwindigkeit (bis zu 20 km/h) via GPS zu drosseln (Geofencing).

CDU wird »angst und bange«

Im Planungsausschuss hielt sich die Begeisterung für die Fahrzeuge in Grenzen. Detlev Kahmen (CDU) wird mit Blick auf die Situation in anderen Städten »angst und bange«, und Andreas Müller (BfGT) sieht die »Pest« auf Gütersloh zurollen. »Dieses Spielzeug brauchen wir in Gütersloh nicht«, meinte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD).

Eine Handhabe hat die Stadt jedoch nicht. Die E-Roller sind seit Juni für den Straßenverkehr zugelassen und dürfen deshalb auch in Gütersloh fahren. Thomas Habig möchte auch nicht ausschließen, dass noch weitere Anbieter bei der Stadt vorstellig werden.

Kommentare

S.Gt  wrote: 03.10.2019 19:49
Politiker von Bürgern weit weg
Die Kommentare der drei zitierten Politiker zeigen einmal mehr, wie bürger- und insbesondere jugendfremd die Politiker mittlerweile häufig agieren. Sie posaunen hier vermutlich ihre persönliche Meinung aus, ohne sich zuvor ein objektives Meinungsbild eingeholt zu haben.
Die Eltern dieser Politiker haben vor 35 Jahren vermutlich genauso über deren Mofas geredet.:-)

Ich bin mir sicher, dass die jüngeren Einwohner Güterslohs sich sehr über die escooter freuen. Es muss ja einen Grund geben, warum die escooter in zahlreichen Großstädten gerne und gut genutzt werden...
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