Gütersloh: Seit 15 Monaten streiten Stadt und Bauverein um zwei Neubauten
Die Tassen bleiben im Schrank

Gütersloh (WB). In der Depenbrock-Siedlung in Kattenstroth ist die Gütersloher Baulandoffensive vorerst beendet worden. Seit 15 Monaten versucht der Gütersloher Bauverein dort vergeblich, in zwei neuen Häusern 24 Wohnungen zu schaffen.

Mittwoch, 02.10.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 08:30 Uhr

Das Hindernis sind die Häuser, die dort bereits stehen. Es sind 24 Einzel- oder Doppelhäuser, die 120 »Volkswohnungen« beherbergen, die in den fünfziger Jahren die Wohnungsnot ebenso lindern sollten wie die beiden geplanten Neubauten heute. Gemeinsam mit Gärten und Grünflächen sind diese Gebäude – sie gehören ebenfalls dem Bauverein – 2003 unter Denkmalschutz gestellt worden. Weil die neu geplanten Häuser auf einem Teil dieser Grünflächen errichtet werden sollen und nach Ansicht der Stadt nicht zum bestehenden Ensemble passen, ist dem Bauverein bisher eine Baugenehmigung verwehrt worden.

Norbert Bohlmann (UWG) sei deshalb in seiner Fraktion gefragt worden, ob er noch alle Tassen im Schrank habe. Die Verhinderung einer 4,5 Millionen Euro hohen Investition in günstigen, bezahlbaren Wohnraum sei angesichts der Not auf dem Gütersloher Wohnungsmarkt unverantwortlich.

Kritik am bisherigen Entwurf

Dieser Kritik stimmten im Tenor auch die anderen Fraktionen und Gruppen im Planungsausschuss zu. Gleichzeitig vollzogen sie aber auch die Bedenken von Bauordnungs- und Planungsamtsleiterin Inga Linzel und Stadtbaurätin Nina Herrling nach. »Die neuen Gebäude passen dort so in dieser Form nicht hin«, stimmte Detlev Kahmen (CDU) sogar seinem Lieblingskontrahenten Norbert Morkes (BfGT) zu.

Statt auf einem vom Bauverein abgelehnten städtebaulichen Wettbewerb zu beharren, mögen sich Linzel, Herrling und der Verein auf die Beauftragung neuer Bauentwürfe von mehreren Architekten verständigen. Aus den daraus entstehenden Varianten möchte der Ausschuss die für die Siedlung beste Version vorschlagen – und dafür laut Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) möglichst noch in diesem Jahr Baurecht schaffen.

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