Tanja Weithöner aus Avenwedde stattet die Ärmsten mit Schulmaterial aus
Alte Ranzen helfen Kindern in Afrika

Gütersloh (WB). Den ersten ausrangierten Tornister ihres Sohnes hat Tanja Weithöner (44) mit einer Befüllung von Schulheften, Kugelschreibern, Buntstiften und Radiergummis zu neuem Leben erweckt. Spätestens im Frühjahr sollen dem Einzelexemplar viele, viele andere, von Gütersloher Eltern oder deren Kindern gepackte Schultaschen folgen.

Sonntag, 08.09.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 08:50 Uhr
Tanja Weithöner hat den ausrangierten Tornister ihres Sohnes wieder aufgefüllt und stellt ihn armen Kindern zur Verfügung. Foto: Jens Dünhölter

Im Schulterschluss mit der Evangelischen Kirchengemeinde und der Schulpflegschaft des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums will die Avenwedderin armen, hungernden, bildungsfernen Kindern im afrikanischen Malawi im Rahmen einer Charity-Aktion durch gespendete, mit Schulmaterial neu befüllte Tornister mit regelmäßigen Schulbesuchen auch die Chance auf ein besseres Leben geben.

Chronisch unterernährte Kinder erhalten eine Mahlzeit

Offiziell firmiert das Projekt unter dem Slogan »Mary's Meals Rucksackprojekt«. Seit der Gründung im Jahr 2002 verfolgt die weltweit tätige Wohltätigkeitsorganisation die Vision, chronisch unterernährte Kinder in den ärmsten Regionen der Welt an jedem Schultag mit einer Mahlzeit zu versorgen.

Aktuell werden täglich 1,5 Millionen Mädchen und Jungen in 18 Ländern auf fünf Kontinenten verpflegt. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges. Laut offiziellen Schätzungen müssen rund 64 Millionen hungernde Kinder rund um den gesamten Erdball auf regelmäßige Schulbesuche verzichten. Betteln oder Arbeiten bestimmen den täglichen Überlebenskampf. Um den Ärmsten der Armen neben dem Schulbesuch samt Verpflegung auch Zugang zur Welt des Wissens inklusive der damit verbundenen Lebensperspektive zu ermöglichen, entwickelte »Mary's Meal« vor gut drei Jahren die Idee der Rucksack/Tornister-Spende. Seitdem werden in Deutschland und Österreich ausrangierte, ungenutzte Ranzen mit Schulmaterial neu gefüllt und an notleidende afrikanische Kinder in den Altersgruppen 6 bis 15 Jahre gespendet.

Sammelaktion im Frühjahr 2020

Als die Gütersloher »Journalistin aus Passion« im Nachklang einer Artikel-Recherche von der Hilfsaktion erfuhr, sprang der Hilfe-Bazillus unverzüglich und unaufhaltsam auf sie über: »Eine gerechtere Welt durch Bildung und Mahlzeiten. Der Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.«

Im Hintergrund spielten auch persönliche Erlebnisse eine Rolle. Weithöner : »Ich kenne Afrika von früheren Reisen. Ich weiß, was da los ist.« Um ihr Herzensprojekt voranzubringen, wurde die Ranzen-Sammlerin kurz vor den Sommerferien bei der Elternpflegschaft des ESG und der Evangelischen Kirchengemeinde vorstellig. Beide seien ganz schnell auf den Zug aufgesprungen.

Wegen der Kürze der Zeit wurde die weitere Planungsphase in den Herbst verlegt: »Ohne entsprechende Logistik ist eine groß angelegte Hilfsaktion nicht möglich. Man muss realistisch und strukturiert sein. Sonst bringt es nichts.« Die Kirchengemeinde plane, die Aktion demnächst an allen weiterführenden Bildungseinrichtungen vorzustellen. Die Sammelaktion soll im Frühjahr 2020 starten. Vorsichtshalber richtet Tanja Weithöner schon mal einen Appell an alle Kinder, Eltern, Großeltern: »Bitte werft ausrangierte Tornister, Ranzen, Schulrucksäcke nicht weg. Im nächsten Jahr könnt ihr damit hungernden afrikanischen Kindern die Chance auf ein besseres Leben bieten.«

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