Warum Sparkasse und Polizei ab sofort enger zusammen arbeiten
Einsatz gegen Telefon-Betrüger

Gütersloh (WB). Polizei und Sparkasse in Gütersloh stehen im regelmäßigen Austausch, um Telefonbetrügern das Handwerk zu legen.

Mittwoch, 04.09.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 08:20 Uhr
Sparkassen-Direktor Kay Klingsieck, Kriminaloberkommissar Marco Hein und Polizeioberkommissarin Katharina Felsch (von links) setzen sich dafür ein, dass ältere Leute nicht von Telefon-Betrügern um ihr Erspartes gebracht werden. Foto: Polizei

Zum Hintergrund: Die Fallzahlen haben sich in den vergangenen beiden Jahren in NRW mehr als verzehnfacht und auch Menschen aus dem Kreisgebiet wurden Opfer dieser Betrügereien, bei denen sich falsche Polizisten bei älteren Leuten melden oder sich als Enkel vorstellen.

In beiden Fällen haben es die Täter auf das Vermögen vornehmlich älterer Menschen abgesehen und nicht selten wurden dabei die gesamten Ersparnisse erbeutet. Die Gütersloher Polizei kümmert sich intensiv um diese Betrugsvarianten. So referierte Marco Hein, der im Bereich der Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei tätig ist, schon bei vielen Veranstaltungen, so unter anderem auch beim Seniorenbeirat. »Ältere Menschen haben durch diese Tricks fünfstellige Beträge verloren«, berichtete Hein. Oft werden diese Summen bei der jeweiligen Bank abgehoben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der lokalen Kreditinstitute sind inzwischen – auch durch die gute Kommunikation mit der Polizei – umfassend informiert und leisten Präventionsarbeit. So können und konnten Betrugsversuche in Kundengesprächen im Rahmen der Geldabhebung verhindert werden. Leider gelang es Tätern jedoch trotzdem, ihre Opfer durch Handlungsanweisungen so zu beeinflussen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kreditinstituten der Anhaltspunkte für eine bevorstehende Straftat nicht gewahr wurden.

Lieber ein Anruf mehr bei der Polizei

Dort waren die Täter leider erfolgreich. »Grund genug, dass wir uns gemeinsam um eine noch umfangreichere Aufklärung der Menschen bemühen«, sagt Kay Kling-sieck, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gütersloh-Rietberg. So wurden in Abstimmung mit Marco Hein Plakate und Handzettel entworfen, die in Kürze in den Geschäftsstellen der Sparkasse auf die Betrugsmaschen hinweisen. »Wir wollen alle unsere Kundinnen und Kunden sensibilisieren und wir wollen ihnen damit Mut machen, einfach mit ihrer Beraterin und ihrem Berater Kontakt aufzunehmen, wenn sie in dieser Form bedroht sind. Daneben gilt: Lieber ein Anruf zu viel, als ein Anruf zu wenig bei der Polizei«, erläutert Klingsieck.

Daneben werde das Thema auch innerhalb der Sparkasse umfangreich kommuniziert. Ergänzend zu den plakativen Materialien setzt die Sparkasse auch den vom Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Gütersloh gestalteten Briefumschlag ein. Auf diesem befinden sich konkrete Handlungsanweisungen für potenzielle Opfer. Dabei berücksichtigt dieser die gängigen Betrugsvarianten, wie Enkeltrickbetrug, Gewinnversprechen am Telefon, Schockanrufe und falsche Polizeibeamte.

Der Vorteil: Der Briefumschlag wirkt dort, wo die Opfer von den Tätern so angeleitet wurden, dass die Bankmitarbeiter keinen Verdacht schöpfen (können) und deshalb auch nicht wie sonst üblich die Polizei informieren. Für Rückfragen ist die Polizei unter Tel. 05241/8690 erreichbar.

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