Angriff auf Prostituierte: Polizei fahndet nach 20-jährigem Verler
Verdächtigen im Visier

Gütersloh (WB). Nach dem Angriff auf eine 21-jährige Prostituierte vor zehn Tagen hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich – wie berichtet – um einen 20-jährigen Verler mit afrikanischen Wurzeln, der sich seit der Bluttat auf der Flucht befindet.

Freitag, 09.08.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 09.08.2019, 12:10 Uhr
In diesem Haus in der Friedrich-Ebert-Straße hat sich die Bluttat am 30. Juli gegen 1.53 Uhr ereignet. Der tatverdächtige Mann aus Verl (20) soll mit einer zerbrochenen Weinflasche auf die Prostituierte (21) eingestochen haben. Foto: Wolfgang Wotke

Die näheren Umstände des brutalen Überfalls im Haus Friedrich-Ebert-Straße 131 (ehemals Diskothek »Music Temple«) haben die Ermittler der Mordkommission »Friedrich« und der Staatsanwaltschaft Bielefeld am Donnerstag skizziert. Demnach klingelte der Tatverdächtige am 30. Juli gegen 1.53 Uhr in der so genannten Terminwohnung, in der die Prostituierte unter dem Namen »Selin« ihre Liebesdienste anbot. Kurz danach eskalierte die Situation.

»Nachdem die 21-Jährige ihm zu verstehen gab, dass sie mit ihm den Geschlechtsverkehr nicht vollziehen werde, griff sich der Mann eine zerbrochene Weinflasche«, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld in einer gemeinsamen Erklärung mit. Der potentielle Freier habe zugeschlagen und mit der Flasche auf den Kopf- und Beinbereich des Opfers eingestochen. »Nur durch Zufall erlitt die 21-Jährige keine Stichverletzung, die zum Tode hätte führen können«, so die Ermittler. In der Vernehmung hatte die Prostituierte erklärt, der Mann sei ihr nicht bekannt gewesen. Angeboten hat sie ihre Liebesdienste über Annoncen im Internet und in Zeitungen.

Richterin erlässt Haftbefehl gegen den 20-Jährigen

Nach dem blutigen Drama verließ der Angreifer durch einen Hintereingang das Terminhaus in der Friedrich-Ebert-Straße, in dem mehrere Prostituierte arbeiten. Aus der Wohnung ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft nichts gestohlen worden. Danach verliert sich seine Spur. Rettungskräfte brachten das blutende Opfer gegen 2.10 Uhr aus der Wohnung im ersten Stock des Hauses in ein Krankenhaus, wo die schwer verletzte Frau ärztlich versorgt wurde.

Die ersten Zeugenaussagen und weitere Ermittlungen führten die Kriminalbeamten zu dem Mann aus Verl. Eine Bekannte des Opfers hatte gegenüber dieser Zeitung angegeben, einen großen, dunkelhäutigen Mann gesehen zu haben. »Intensive Recherchen erhärteten den Tatverdacht gegen den 20-Jährigen«, so Polizei und Staatsanwaltschaft. Zu den ge­nauen Lebensumständen und zur Nationalität des Verlers machten sie keine näheren Angaben. Es handele sich um einen Mann mit afrikanischen Wurzeln.

Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beantragt, der von einer Richterin erlassen worden ist.

 

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