Initiative »Pack die Badesachen ein« macht 300 Kinder glücklich
Fröhliche Ferientage im Wasser

Gütersloh (WB). Brigitte Zippert kann es selbst kaum fassen. »Es gibt sogar Zehnjährige, die noch nicht schwimmen können. Das trifft auch auf viele andere Kinder zu«, bedauert die stellvertretende Vorsitzende des Gütersloher Schwimmvereins (GSV) diesen noch anhaltenden Trend.

Freitag, 09.08.2019, 03:00 Uhr
Mit Spaß schwimmen lernen: Darüber freuen sich auch (von links) Güterslohs Stadtwerke-Chef Ralf Libuda, Brigitte Zippert (2. Vorsitzende des GSV), Katrin Hockmann (Sozialpädagogin der Altstadtschule) und Marko Rempe (Bäderleiter der Stadtwerke). Foto: Caspar

Damit sich das ändert, unterstützt Zipperts Klub nur allzu gern die Aktion »Ein schöner Tag im Nordbad«, veranstaltet von der vor zehn Jahren ins Leben gerufenen Initiative »Pack die Badesachen ein«. Der GSV und auch die DLRG stellen für das Projekt Betreuer und Trainer zur Verfügung.

Von der Aktion haben in diesen Sommerferien rund 300 Grundschulkinder profitiert. Den kleinen »Wasserratten« spendierte Manfred Menzel (47), Gastronom im Nordbad, ebenso viele Eisportionen. Voll hinter der Initiative stehen auch die Gütersloher Stadtwerke – mit kostenloser Bereitstellung von Schwimmflächen, Freikarten für das Nordbad sowie Gratis-Kursen für Kinder und Jugendliche, deren Familien nicht in der Lage sind, Schwimmbad-Besuche zu finanzieren. »Denn nicht alle Eltern haben das Geld und die Zeit, ihren Kinder ein solches Sport- und Freizeit-Angebot zu ermöglichen«, erläutert Ulrich Franzke. Der 75-Jährige ist der Initiator von »Pack die Badensachen« ein, wobei ihm neben ehrenamtlichen Helfern auch seine Ehefrau Gerlinde zur Seite steht. Franzke sammelt hauptsächlich die Spenden ein. Die Verwaltung des Geldes inklusive Spendenbescheinigungen liegt in den Händen der Arbeiterwohlfahrt. »Damit alles seine Ordnung hat«, erklärt Franzke, der in der Nähe des Nordbads wohnt und hier regelmäßig schwimmt. Dabei war ihm früher aufgefallen, »dass einige Kinder mangels Geld draußen bleiben mussten«. Franzke besorgte zuerst Freikarten für sie, bevor er sich entschloss, das Projekt auszubauen. »Pack die Badesachen ein« übernimmt auch für ein Jahr den Mitgliedsbeitrag, wenn den Kids das Schwimmen so viel Spaß macht, dass sie sich einem Verein anschließen wollen.

Ursprünglich hatte Ulrich Franzke sein lobenwertes Projekt »Pack die Badehose ein« genannt. Das war in den 1950er-Jahren der Titel eines Schlager-Bestsellers von Conny Froboess. »Das hätten aber einige für Gleichberechtigung eintretende Frauenverbände nicht so gut gefunden. Also wurde die ›Badehose‹ durch ›Badesachen‹ ersetzt«, erzählt der Senior schmunzelnd.

Auch der GSV engagiert sich im Rahmen der Nachwuchsausbildung mit Schwimmkursen, nahm vom 15. bis zum 26. Juli an dem vom Schulministerium geförderten Projekt »NRW kann schwimmen« teil. Seine eigenen Kurse kann der Verein nicht zum Nulltarif anbieten. »Trotz der zusätzlichen Halle am Nordbad haben wir immer noch zu wenig Wasserflächen«, klagt Brigitte Zippert (70). Für die Belegung der vierten Bahn in der »Welle« muss der GSV extra zahlen. Für die Benutzung der Bäder sind pro Vereinsmitglied zehn Euro fällig. »Das ergibt pro Jahr eine Summe von rund 7000 Euro, die für uns eine große Belastung darstellt«, hofft Zippert, dass die »Bad-Maut« bald wieder entfällt.

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