11. Open Air-Milonga lockt viele Fans an – Hochbetrieb bis Mitternacht
Tangotanz auch im Walzertakt

Gütersloh (WB). Hazy Osterwald, berühmter Big-Band-Chef der 60er Jahre, komponierte und textete einst den Klassiker »Kriminal-Tango«. Osterwald versetzte den lateinamerikanischen Tanz in ein zwielichtiges Milieu. »Kriminal-Tango in der Taverne – dunkle Gestalten, rote Laterne«, heißt eine der Verszeilen.

Montag, 29.07.2019, 17:05 Uhr
Sie geben eine gute Figur ab: Vor den Augen der staunenden Zuschauer schwebt dieses Tango-Paar über die Tanzfläche. »Beim Tango ist es die Aufgabe des Mannes, dass sich seine Partnerin wohlfühlt«, sagt Organisator und Moderator Hartmut Kauer. Foto: Uwe Caspar

Die 11. Open-Air-Milonga indes, wieder ausgerichtet vom Verein Con Pasion, hat nichts Anrüchiges: Sympathische Paare statt dunkler Gestalten, luftiger Dreieicksplatz statt

Tango auf dem Dreiecksplatz

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  • Tango auf dem Dreieicksplatz
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düsterer Taverne. Der eigens aus dem lippischen Lage angereiste Gernot Plagens ist schon seit Beginn der immer beliebter werdenden Veranstaltung dabei – also seit 2009.

»Ich schätze die angenehme Atmosphäre, und man trifft viele nette Leute hier. Außerdem kann man an der frischen Luft tanzen«, erklärt der 67-Jährige sein regelmäßiges Erscheinen. Der ehemalige Lehrer, der am vergangenen Samstag auf den Dreiecks-Planken ganz schön ins Schwitzen gerät, leitet in Bad Salzuflen eine Tanzgruppe, die sich auf Folklore spezialisiert hat. Plagens begeistert sich – im Gegensatz zu seiner Ex-Frau – seit 15 Jahren für den nicht ganz einfachen Tangotanz. Seine Scheidung hänge jedoch nicht mit seinem Hobby zusammen. »Wir haben uns schon vor meiner Tango-Zeit getrennt«, erzählt der Pensionär schmunzelnd.

Getanzt bis Mitternacht

Der Gast aus Lage will bis zum Schluss des Events durchhalten – wie einige andere auch. »Sogar kurz vor Mitternacht waren noch 16 Paare aktiv. Bei der inzwischen eingeschalteten Beleuchtung war es richtig kuschelig«, sagt Hartmut Kauer, der 1. Vorsitzende des ausrichtenden Klubs. Bevor die ersten Paare – die Partner wechseln sich ab, das gibt diesem Tangotreffen einen besonderen Reiz – zackig loslegen, ehrt Kauer noch den Milonga-Pionier Heiner Wichelmann. Als Anerkennung bekommen er und seine Ehefrau Regina kleine Präsente überreicht. Das von ihm eingeführte Format habe sich grundsätzlich nicht verändert. »Als ich anfing, war die Tanzfläche nur halb so groß«, erinnert sich Wichelmann an die Ursprünge.  Der im Zuge der Milonga 2012 gegründete Verein Con Pasion zählt aktuell 30 Mitglieder. »Tango liegt im Trend«, freut’s Kauer.

Den perfekten Tango präsentieren zwei eingeladene »Profis« aus Bielefeld: Annelena Witthus (32) und Marco Grabowski (28) sind aufgrund ihres Alters eher eine Ausnahme – der gefühlvolle, ästhetische Tanz spricht 40- bis 70-Jährige mehr an. Standardtänze genügten Witthus auf Dauer nicht. »Da war bei mir die Luft raus. Ein Plakat in der Uni machte mich dann auf den Tango aufmerksam«, berichtet die als Projekt-Managerin arbeitende Dame, während ihr Partner beruflich als Entwicklungs-Ingenieur tätig ist. Das schmeidige Paar überrascht das Publikum mit einem Tango-im unüblichen Dreivierteltakt, also im Walzer-Rhythmus. Für Grabowski ist der Tango »eher Kunst als Sport«. Mit 90 Paaren verzeichnet die 11. Milonga einen neuen Teilnehmerrekord seit dem Gründungsjahr. Hazy Osterwalds »Kriminal-Tango« wird aber nicht aufgelegt. Hartmut Kauer: »Ein uriges Lied, doch es passt nicht zu einem argentinischen Tanz.«.

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