Rheda-Wiedenbrück: Tönnies wird um vier Millionen Euro gebracht Betrug an der Waage

Gütersloh/Rheda-Wiedenbrück (WB). Lastkraftwagen fahren am Haupttor der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück vor, werden gewogen, dann entladen. Ein Vorgang, der sich im größten fleischverarbeitenden Werk Europas Tag für Tag im Viertelstundentakt wiederholt. Ein Vorgang, bei dem man eine Menge abstauben kann, wenn niemand aufpasst.

Von Stephan Rechlin
Lkws fahren bei Tönnies an, werden gewogen und laden ab. Dabei ist Betrug schwer nachweisbar.
Lkws fahren bei Tönnies an, werden gewogen und laden ab. Dabei ist Betrug schwer nachweisbar. Foto: Stephan Rechlin

Anklage: Tönnies um vier Millionen Euro betrogen

Drei Männer aus Rheda-Wiedenbrück (34 Jahre alt), Gütersloh (28) und Harsewinkel (27) sind angeklagt, die Firma Tönnies an dieser Wiegestation um vier Millionen Euro betrogen zu haben. In 1788 Fällen sollen sie zwischen Januar 2016 und Januar 2019 jeweils zwei Tonnen mehr gewogen haben als der Firma Tönnies tatsächlich geliefert wurden.

Gewichtsangaben an der Waage manuell verändert

Dazu hatten sie der Anklageschrift zufolge die Lieferscheine polnischer Firmen akzeptiert und unterschrieben, von denen sie wussten, dass darauf ein höheres als das tatsächliche Anliefergewicht eingetragen worden war. Durch manuelle Veränderung der Gewichtsangaben an der Waage sollen sie Messdaten der jeweiligen Lkw-Lieferung um die jeweils fehlenden zwei Tonnen erhöht haben.

Prozess am 25. Juli vor dem Landgericht Bielefeld

Zwei der Angeklagten sollen dafür jeweils 100.000 Euro bekommen haben, einer 50.000 Euro. Wie der Betrug aufflog, dürfte im Prozess am Landgericht Bielefeld zu erfahren sein, der dort am Donnerstag, 25. Juli, um 11 Uhr in Saal 5 beginnt. Das Gericht setzt sechs Verhandlungstage an.

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