Jockey Eduardo Pedroza gewinnt wichtigstes deutsches Galopprennen
Derby-Sieg krönt Karriere

Gütersloh (WB). Mehr als 1700 Siege hat er in seiner Karriere als Jockey schon errungen. Doch kein erster Platz war so bedeutsam wie dieser: Der in Spexard lebende Weltklasse-Reiter Eduardo Pedroza (44) gewann am Sonntag in Hamburg-Horn auf Hengst Laccario das 150. Deutsche Derby.

Dienstag, 09.07.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 08:20 Uhr
Der aus Mittelamerika stammende Eduardo »Eddie« Pedroza (44, roter Helm) wird am Sonntag nach seinem bislang größten Sieg auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn von seinen Jockey-Kollegen frenetisch gefeiert. Foto: Marc Rühl

Nach 16 mehr oder weniger erfolglosen Versuchen – darunter zwei zweiten und drei dritten Plätzen bei Deutschlands renommiertestem Galopprennen – schaffte »Eddie« Pedroza jetzt den Durchbruch: Das 54 Kilogramm leichte Fliegengewicht preschte auf dem Rücken des Dreijährigen mit zwei Pferdelängen Vorsprung als Sieger über die Ziellinie. Den Eigentümer des Rennpferds, der Wittener Möbelhändler Manfred Ostermann, erwartet nun ein Preisgeld von 390.000 Euro.

Pedroza, der ohnehin als viermaliger Jockey-Champion spätestens seit 2010 zu den besten Reitern in Deutschland zählt, setzte mit dem Sieg in Hamburg-Horn seiner Karriere die Krone auf. Trotzdem ist »Eddie«, der 1995 seine Heimat Panama wegen des Reitsports verlassen hatte, ein völlig normaler und bodenständiger Mensch geblieben.

390.000 Euro Preisgeld gewonnen

Zwar war er sofort nach seinem Erfolg am Sonntag von Jockey-Kollegen auf der Rennbahn förmlich in Sekt geduscht worden, doch am Montag erreichte ihn das WESTFALEN-BLATT völlig entspannt und ausgeglichen zu Hause am Telefon in Gütersloh. »Ich habe einfach ein gutes Team um mich herum«, sagt ein bescheidener Pedroza mit Blick auf Andreas Wöhler, der Laccario auf dem Gestüt Ravensberg in Gütersloh-Spexard trainiert.

Bis auf montags ist Pedroza stets die gesamte Woche über am Stall, um für den nächsten Erfolg zu üben. Viele Stunden verbringt er mit den ihm anvertrauten, sündhaft teuren Rennpferden, nicht nur Laccario gehört dabei zu seinen Schützlingen.

Pedrozas Erfolg ist auch das Resultat eines asketischen Lebens: Eigenen Angaben zufolge wiegt der 44-Jährige bei einer Körpergröße von 1,72 Metern gerade mal 54 Kilogramm: »Ich treibe viel Sport, ich jogge, spiele gern Fußball«, berichtet »Eddie«, der auch extrem auf die Ernährung achtet. Das heißt: So wenig wie möglich Kohlenhydrate, also kaum Nudeln, Reis oder Kartoffeln, dafür viel Eiweiß in Form von Thunfisch oder magerem Geflügelfleisch.

»Eddy« ist mit 54 Kilogramm federleicht

Über einen in Bremen lebenden Onkel war Pedroza im November 1995 mit 20 Jahren als ausgebildeter Galoppreiter aus Panama-Stadt nach Deutschland gekommen. Damals hatte er bereits 100 Siege in seiner Heimat errungen. Seither arbeitet er mit Andreas Wöhler zusammen.

Sein erster Eindruck von Deutschland: »Das Wetter! Es war, verglichen mit Panama, bitter kalt für meine Verhältnisse«, erinnert sich der Vater eines fünfjährigen Sohnes.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6763231?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
„Wir haben jeden blamiert“
Heute vor 13 Jahren: Als Arminia an der Weser unterging: „Wir haben jeden blamiert“
Nachrichten-Ticker