Warum das Land 25 Millionen Euro in die Gütersloher Bahnhöfe investieren will
Neue Bahnsteige und längerer Tunnel

Gütersloh (WB). Die Züge der Deutschen Bahn (DB) müssen pünktlicher werden, um mit dem Auto konkurrieren zu können. Deshalb will NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (43, CDU) bis Ende 2028 den Hauptbahnhof Gütersloh und den Haltepunkt Isselhorst-Avenwedde ausbauen lassen.

Mittwoch, 03.07.2019, 05:15 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 05:50 Uhr
Die beiden Güterzuggleise (im Hintergrund) sollen Bahnsteige erhalten. Somit wären dann sechs Gleise für den Personenverkehr nutzbar. Es wird nur noch zwischen schnelle und langsame Gleise unterschieden, so der Plan. Foto: Carsten Borgmeier

Jeweils zwei zusätzliche Bahnsteige, eine neue Signal-Anlage und Lärmschutz-Wände in Isselhorst-Avenwedde sieht das Projekt mit einem Investitionsvolumen von etwa 25 Millionen Euro vor. Es ist Teil des Maßnahmen-Pakets »Robustes Netz NRW« von Verkehrsminister Wüst und soll heute im Verkehrsausschuss des Landtags in Düsseldorf beraten werden.

Investitionen in Bahnsteige, Weichen, Signal-Anlagen

Hauptsächlich geht es darum, mehr Züge auf den Strecken schneller rollen zu lassen, um dadurch pünktlicher und somit attraktiver zu werden. In diesem Zusammenhang votiert der Verkehrsminister auch dafür, auf der TWE-Strecke zwischen Harsewinkel, Gütersloh und Verl wieder Personen-Züge fahren zu lassen. Dort sind Investitionskosten in Höhe von fast 35 Millionen Euro veranschlagt. Dem Vernehmen nach ist es so gut wie sicher, dass Verkehrsausschuss und Landtag diesem klimafreundlichen Paket zustimmen.

In Gütersloh sowie am Haltepunkt Isselhorst-Avenwedde sollen demnach bereits vorhandene Gleise mit Bahnsteigen ausgestattet werden. Da aber diese Gleise bislang den Güterzügen vorbehalten sind, wird es ein Ende der Trennung zwischen Strecken für den Personenverkehr und den Gütertransport geben. Stattdessen soll es zukünftig nur noch Gleise für schnelle und langsame Züge geben.

Auch Isselhorst-Avenwedde profitiert

Am Hauptbahnhof Gütersloh sind aktuell vier Gleise mit Bahnsteigen ausgestattet. Um die Gleise fünf und sechs zu Fuß zu erreichen, müsste aber der Tunnel Richtung Carl-Bertelsmann-Straße verlängert werden. Dort, östlich des Hauptbahnhofs, ist in den vergangenen Jahren das neue Büro- und Wohnquartier »Gleis 13« entstanden. Dies könnte durch den Fußgänger-Tunnel angeschlossen und so von der Innenstadt besser erreichbar sein.

Dass auch der Haltepunkt Isselhorst-Avenwedde von dem Vorhaben des Verkehrsministers profitiert, freut ganz besonders Wolfgang Stitz: Der 71-jährige Vorsitzende der Arbeitsgruppe (AG) Stadtteilgestaltung Avenwedde-Bahnhof weiß nun, dass der jetzt mehr als 100 Jahre alte Bahnhof erhalten bleibt, ja sogar durch zwei neue Bahnsteige ergänzt wird. Seit Jahren setzt sich die rührige AG dafür ein, dass die DB die in Teilen marode Anlage endlich saniert. Wie das aber konkret mit den beiden neuen Bahnsteigen bautechnisch gelöst werden könne, wirft bei Stitz noch Fragen auf: »Wie sollen diese beiden höher gelegenen Gleise von den Fahrgästen erreicht werden?«, merkt Stitz an. Wie der ehemalige Bahner erfahren hat, soll dort 2021 auch eine Lärmschutzwand gebaut werden. »Die Plangenehmigung liegt schon bei der Stadt«, berichtet Stitz. Pro Stunde sollen dann 15 statt bisher zehn fahren.

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