Gütersloh: Reaktivierungschancen der TWE stehen gut – Zuschuss zur Sanierung Pfingstgrüße vom Minister

Gütersloh (WB). NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sieht keinen Grund, warum der Verkehrsausschuss des Landtages am 3. Juli einer Reaktivierung des Personenverkehrs auf der TWE-Strecke nicht zustimmen sollte. Dieses Signal ist noch wertvoller als die fünf Förderbescheide, die der Minister am Freitag am Grubenhof vorbeibringt.

Von Stephan Rechlin
TWE-Geschäftsführer Henrik Wilkening (links) und Kreisbau- und -umweltdezernent Frank Scheffer (rechts) verbringen nach den guten Botschaften und Bescheiden von NRW-Minister Hendrik Wüst ein besonders frohes Pfingstfest.
TWE-Geschäftsführer Henrik Wilkening (links) und Kreisbau- und -umweltdezernent Frank Scheffer (rechts) verbringen nach den guten Botschaften und Bescheiden von NRW-Minister Hendrik Wüst ein besonders frohes Pfingstfest. Foto: Stephan Rechlin

Eine Zustimmung im Ausschuss bedeutet, dass die 25,7 Kilometer lange Bahnstrecke von Harsewinkel über Gütersloh bis Verl für 34,5 Millionen Euro instand gesetzt wird. Darüber hinaus würden auch die späteren Betriebskosten in Höhe von gut einer Million Euro pro Jahr vom Land übernommen. Ist das Projekt erst einmal in den Bedarfsplan des Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) aufgenommen, könnten die ersten Personenzüge nach einer zweijährigen Bauphase erstmals 2023 eingesetzt werden. »Das letzte Wort hat der Landtag«, stellt Wüst bei seinem Besuch am TWE-Stammsitz fest.

TWE investiert 1,7 Millionen Euro

Mit den 554.000 Euro aus den fünf Förderbescheiden kann TWE-Geschäftsführer Henrik Wilkening dagegen schon konkrete Aufträge ausschreiben und vergeben. Das Geld bekommt er für die Sanierung von Gleisanlagen auf fünf Teilabschnitten der Güterstrecke zwischen Versmold und Hövelhof. Insgesamt investiert die TWE in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro in die Erneuerung des eigenen Schienennetzes. Die Hälfte dieser Summe steuert der Bund bei, weitere 40 Prozent das Land. Die restlichen zehn Prozent übernimmt die TWE.

Bei den Arbeiten werde großer Wert auf Recycling gelegt: Die alten nicht mehr zu nutzenden Holzschwellen werden gegen noch brauchbare alte Betonschwellen ausgetauscht. Das vorhandene Schienenmaterial könne wiederverwendet werden. Auch der alte Schotter werde gesiebt, gereinigt und mit neuem Material ergänzt.

Güter auf die Schiene

Verkehrsminister Hendrik Wüst: »Wir bringen Industrie- und Gewerbegebiete an die Schiene und verlagern so mehr Güter von der Straße auf die Bahn.« Insgesamt investiere das Land 1,35 Milliarden Euro in das Schienennetz der Deutschen Bahn – ins Straßennetz flössen mit 1,4 Milliarden Euro auch nicht mehr. Der Zuschuss an kleinere Eisenbahnunternehmen wie die TWE solle ihnen vor allem den Anschluss an das große Netz der Deutschen Bahn ermöglichen, die so genannte letzte Meile: »Nur so kann die Verkehrswende in Richtung Schiene in der Fläche gelingen.«

Henrik Wilkening, Geschäftsführer der Teutoburger Wald Eisenbahn GmbH, freut sich über die Förderung: »Der Güterverkehr wird in den kommenden Jahren weiter stark wachsen. Neue Transportlösungen auf der Schiene sind auch für die Region Ostwestwalen-Lippe eine große Chance.«

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