Gütersloh: Stadt will freiwilligen Feuerwehrleuten erstmals den Aufwand entschädigen
Hoher Einsatz, kleiner Dank

Gütersloh (WB). Im Dezember 2020 werden die 250 freiwilligen Feuerwehrleute in Gütersloh vielleicht 280 Euro mehr zum Weihnachtsfest ausgeben können. Die Stadt möchte ihre ehrenamtliche Arbeit mit diesem Betrag zusätzlich würdigen.

Freitag, 07.06.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 11:30 Uhr
Vom kommenden Jahr an sollen die freiwilligen Feuerwehrleute in Gütersloh eine Aufwandsentschädigung von der Stadt erhalten. Foto: Wolfgang Wotke

Die Feuerwehrleute in den Löschzügen Avenwedde, Friedrichsdorf, Gütersloh, Isselhorst und Spexard rücken schon seit Kriegsende Tag und Nacht zu Einsätzen aus, pflegen Fahrzeuge und Geräte, besuchen Aus- und Fortbildungsveranstaltungen, schulen den Nachwuchs und veranstalten Feste in ihren Stadtteilen. Zur Wertschätzung ihrer Arbeit erhielten ihre Löschzüge dafür bisher Zuschüsse zur »Pflege der Kameradschaft«, aber keinen Cent Aufwandsentschädigung (Ausnahme: Löschzugführer und Jugendwarte).

Noch vor sechs Jahren führten die fest angestellten Kollegen einen erbitterten Streit mit der Stadt um ihre Überstundenvergütungen. Die plötzliche und unerwartete Spendierfreude der Stadt wird durch ein vor drei Jahren reformiertes Gesetz ausgelöst. Das »Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz« (BHKG) aus dem Jahr 2016 stellt fest, dass die ehrenamtlichen Feuerwehrleute ja auch eine kommunale Pflichtaufgabe erfüllen. Das ermöglicht den Kommunen fortan, »dem Ehrenamt zur Erhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr besondere Aufmerksamkeit zu widmen.«

Motivationsschub erst 2020

Die für die Feuerwehr zuständige Ordnungsdezernentin Christine Lang stellt fest, dass neben guter Technik und Ausrüstung, regelmäßiger Ausbildung und aktueller IT-Technik auch eine möglichst unbürokratische Zusammenarbeit bei der Erstattung von Schäden, Aufwendungen und Auslagen der Motivation dient.

So einen Motivationsschub könnten die freiwilligen Feuerwehrleute schon in diesem Jahr verkraften, doch die Stadt hat noch kein Geld dafür. Gut 70.000 Euro wird die Wertschätzung pro Jahr kosten. Die Beträge sollen nach einem Punktesystem an die Ehrenamtlichen ausgezahlt werden. Die Punkte werden danach vergeben, wie häufig der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau an Diensten und Einsätzen beteiligt ist, ob sie für Atemschutzeinsätze tauglich sind und ob sie sich an internen Veranstaltungen beteiligen. Damit sei gewährleistet, dass die eifrigen Feuerwehrleute eine höhere Entschädigung erhalten.

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