Gütersloh: Neues Parkdeck am Kreishaus soll weitere Photovoltaik-Anlagen erhalten
Extra-Parkhaus für Fahrräder

Gütersloh (WB). Die wichtigsten Aspekte beim Neubau eines Auto-Parkhauses lauten: Wohin mit den Fahrrädern? Wie viel Platz gibt es für die Photovoltaikanlagen?

Freitag, 07.06.2019, 15:15 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 15:20 Uhr
Das Fahrrad-Parkhaus an der Sparkasse Gütersloh-Rietberg könnte Vorbild für Radstellplätze am Kreishaus sein. Foto: Stephan Rechlin

Diesen beiden Themen widmete der Kreisausschuss in der Beratung über das neue Parkdeck am Kreishaus jedenfalls die meiste Zeit. Im Fall der Fahrräder hing das weniger dem bald zu beschließenden Klimanotstand zusammen als mit dem wachsenden Wert der Räder. Wer auf einem teuren E-Bike zum Kreishaus kommt, ist froh, wenn es trocken und verschlossen abgestellt werden kann.

Fritz Spratte und Liane Fülling (SPD) schlugen deshalb vor, im neuen Parkhaus auf sechs Auto-Stellplätze zu verzichten und den frei werdenden Raum statt dessen den Fahrrädern zu reservieren. Ein Vorschlag, der bei allen anderen Fraktionen auf Widerstand stieß. Helga Lange (Grüne): »Fahrradfahrer wollen auf ihren Rädern möglichst nah an ihr Ziel kommen. Das motiviert ja gerade zum Umstieg aufs Rad. Keiner will sein Fahrrad in einem Parkhaus unterstellen und anschließend noch weit laufen.« Für die Fahrräder sollen statt dessen am Kreishaus in gesonderten verschließbaren Boxen draußen oder im Keller geschaffen werden. Birgit Niemann-Hollatz (Grüne): »Der neue Fahrrad-Unterstand an der Sparkasse Gütersloh-Rietberg wäre ein gutes Vorbild für eine Lösung am Kreishaus.«

Mehr Photovoltaik?

Auf dem als Halbgeschoss errichteten Dach sollen 100 Photovoltaikmodule installiert werden, die jeweils 275 Watt Strom erzeugen, um damit sechs Ladestationen für Elektroautos und weitere für E-Räder vor dem Gebäude zu speisen. »Ist da nicht mehr drin?«, fragte Helga Lange, »wir wollen auch Strom für das Kreishaus erzeugen.« Ebenso wie Liane Fülling schlug sie vor, die Dachfläche zu vergrößern und mit Modulen zu besetzen. CDU-Abgeordneter Helmut Kaltefleiter warnte vor wirtschaftlichem Irrsinn: »Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich dies nicht lohnt.« Planer Meinhard Neuhaus vom Coesfelder Architekturbüro Neuhaus, Bock und Partner erklärte sich auf Vorschlag von Fritz Spratte bereit, »nur mal zu prüfen, nachzurechnen und zu berichten«, was eine zusätzliche Dachfläche für weitere Photovoltaikanlagen kostet – und gratis. Dieser Freirunde stimmten alle Ausschussmitglieder zu.

Das neue Parkhaus soll 3,4 Millionen Euro kosten und wird 321 Plätze für Personenwagen schaffen. Im November wird mit dem Beginn der Bauarbeiten gerechnet. Immerhin hatte Dr. Christine Diestelkamp (CDU) noch eine Frage für jene zukünftige Minderheit, die noch mit dem Auto kommt: »Passen dort auch Bullis oder Vans rein?«. Meinhard Neuhaus beruhigte: »Kein Problem. Parkplatztiefe und -breite tragen den neuen Fahrzeugen Rechnung.«

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