»Anno 1280« erlebt Besucher-Ansturm – mit Video
Wohliges Gruseln gleich an der Zollpforte

Gütersloh (WB). Kleiner Schockmoment für große und kleine Gäste gleich hinter der Zollpforte: Unter dem derben Richtbeil liegt ein abgeschlagener Kopf im Korb, daneben hängt ein Skelett am Galgen. Willkommen zu »Anno 1280«!

Montag, 03.06.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 12:44 Uhr
Die Reitertruppe »Mandshur Tengri« aus Rhinow in Brandenburg galoppiert durchs Feuer – das Publikum staunt und applaudiert. Foto: Carsten Borgmeier

Was sonst bei überbesorgten Helikopter-Eltern sicherlich zu Stürmen wilder Empörung führen würde, wird auf dem Gütersloher Mittelalter-Spektakel mit wohligem Schaudern goutiert. Wer noch nähere Informationen zu den damaligen Hinrichtungsarten wünscht, ist bei Elke Krebs (51) und ihrem Partner Dieter (58) an der richtigen Adresse.

Elftes »Anno 1280«-Spektakel in Gütersloh fasziniert

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  • Elftes »Anno 1280«-Spektakel in Gütersloh fasziniert
Foto: Carsten Borgmeier
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Während sie als Pyrografie-Künstlerin am Reiherbach in Isselhorst auftritt, gibt der Freund den Tischler und Scharfrichter. So sei das ausgestellte Richtbeil eine Replik des Originals aus der Burg Stolpen bei Dresden, ist von dem Paar zu erfahren. »Wir kommen aus Sehnde bei Hannover und sind zum ersten Mal hier«, berichtet Krebs, die in der Szene vom guten »Anno«-Ruf gehört hatte. Dieser habe sich voll und ganz bestätigt, »die Reise hat sich gelohnt«, spricht die 51-Jährige auf die einwandfreie Organisation, aber noch mehr auf die Atmosphäre der Veranstaltung an.

So wurde früher hingerichtet

»Anno 1280« lockt indes wohl immer mehr Leute an: Das Team um Norbert und Felix Morkes sowie Sven Moselage als Marktmeister spricht nach ersten Schätzungen zum Abschluss am Sonntag von ungefähr 20.000 Besuchern. Dass es bei 34 Grad »eine Spur zu heiß« war und deshalb wohl etwas weniger Menschen auf das weitläufige Areal am Hof Kruse in Isselhorst strömten, ermöglichte dem Veranstalter am vierten und letzten Tag ein »kurzes Verschnaufen«.

Als »Eintauchen in eine andere, vergessene Welt« beschreibt Besucher Andreas den Reiz dieses Festes: »Ich komme aus Isselhorst und habe noch kein einziges Anno verpasst«, berichtet der 48-Jährige, der nach heiterem Zechgelage an den Lagerfeuern auch schon mal im Gras auf dem Gelände geschlafen hat. Angenehm empfindet er, dass »Anno 1280« nicht so auf Kommerz ausgerichtet sei wie ähnliche Spektakel in der Region.

Wikinger-Dorf bereichert Heerlager

Ein Familienvater aus Gütersloh kritisierte indes die »zum Teil stolzen Preise« an den Marketender-Ständen: »Ich bin hier heute mit meiner kleinen Tochter unterwegs und 50 Euro für Essen und Trinken, Schminken und Karussel losgeworden.«

Auf großes Interesse bei den Besuchern stieß das neue, von einem Palisadenwall geschützte Wikinger-Dorf. »Einwohner« Martin (35) aus Bielefeld erklärte Gästen, wie die Nordmannen um das Jahr 1000 so lebten.

Kommentare

Mathias Anderer  wrote: 03.06.2019 22:12
Eigentlich eine Schande
Ich kann diesen Veranstaltungen nichts abgewinnen. Es ist Verhöhnung der Toten durch Krankheit und Verfolgung oder Folter aufgrund nicht vorhandener Meinungsfreiheit oder Andersartigkeit. Sich an diesem Elend zu ergötzen, ist einfach nur pervers. Man kann froh sein, dass diese Zeiten zumindest teilweise vorbei sind und sollte dem nicht hinterhertrauern. Ich bin sicher, dass es niemand toll fände, wenn in 100 oder 200 Jahren Holocaust-Märkte veranstaltet würden, mit Opfern der Gaskammern, "Medizinischer" Experimente oder Strahlentote, wie in Hiroshima. Aber vielleicht kommt das ja noch. Leute, denkt mal nach, wofür ihr euer Geld ausgebt!
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