Kuhroulette in Pavenstädt: Hoher Premieren-Besuch aus dem Mittelalter mit Graf Otto III von Ravensberg
Frieda lässt Riesen-Fladen fallen

Gütersloh (WB). Im ersten Durchgang weigert sich »Frieda« noch zu fladern. Stattdessen spült das Rindvieh das Rasen-Quadrat mit einem kräftigen Strahl nur schon einmal vor. Doch auf der zweiten Etappe gibt der neue Star des 14. Pavenstädter Kuhfladen-Roulettes alles: Der von ihr nach 22 Minuten endlich abgeworfene Haufen ist sogar riesig – sein Durchmesser beträgt k(n)ackige 40 Zentimeter.

Samstag, 01.06.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 01.06.2019, 09:52 Uhr
Nur am Anfang gibt sich Star-Kuh Frieda etwas bockig und lässt sich von ihrem Besitzer Sebastian Bacher nur widerwillig vom Feld ziehen. Später gelingt ihr aber ein Volltreffer. Foto: Uwe Caspar

»Ein absolutes Prachtexemplar, wahrscheinlich der größte Fladen in der Geschichte unseres Events«, jubiliert Moderator Rainer Straube. Beim Produzieren des Monster-Haufens muss sich das eineinhalbjährige Rind, das im September erstmals Nachwuchs erwartet und erst dann als richtige Kuh gilt, wohl verausgabt haben: Trotz Anfeuerungsrufen von Jury-Mitglied Heiner Kollmeyer (»Wir wollen Sch... sehen!«) lässt es Frieda ein weiteres Mal nicht kleckern.

Gewinner gibt’s dennoch: Drei Glückspilze haben in der finalen Runde auf das richtige Quadrat gesetzt, auf dem beim Schlussgong die rechte Vorderklaue der bildhübschen, braun-weißen Protagonistin steht. Die gewonnenen 150 Euro werden durch drei geteilt, der (einzige) Sieger des ersten Durchlaufs darf gar 300 Euro einstreichen.

 

Die Fleckvieh-Kuh gehört dem Harsewinkeler Jung-Landwirt Sebastian Bacher (24), der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kathrin Laumann Frieda per Hand aufgezogen hat. Via Facebook erfuhr Bacher, dass für das 14. Roulette noch ein vierbeiniger Star gesucht wird. »Sie war schon beim ersten Spaziergang mit uns sehr zutraulich«, erzählt Rainer Straube.

»Wie ein Pferd«

Sebastian Bacher beschreibt seine vierbeinige Schönheit als sehr pflegeleicht: »Sie lässt sich wie ein Pferd am Halfter gut führen. Auch das Striegeln mag sie.« Doch bei ihrer Premieren-Gala in ungewohnter Umgebung gibt sich die in alle Richtungen muhende Frieda bisweilen bockig: Ihr Eigentümer muss schon alle Kraft aufwenden, um den zunächst sich sträubenden 550-Kilo-Koloss vom Feld zu ziehen.

Am Anfang sei sie etwas nervös gewesen, zeigt Bacher vollstes Verständnis für Friedas vorübergehende Widerspenstigkeit. Immerhin hat sie ein (fallendes) Erfolgserlebnis. Das begeistert Straube derart, dass er mit der linken Hand voll in den Fladen greift. Sein Angebot, ihm die stinkende Hand zu schütteln, nimmt natürlich niemand an.

Doch pünktlich zum Empfang hochherrschaftlicher Besucher als Gesandte des zeitgleichen »Anno 1280«-Festes hat der Moderator wieder ein sauberes Händchen – und über sein Cowboy-Outfit einen königlichen Mantel geworfen: Unter den Klängen der Kreuzritter-Fanfare marschiert Graf Otto III von Ravensberg mit Gefolge ein. »Erhebet euch von euren billigen Plätzen und kniet nieder, sonst werdet ihr das Schwert spüren«, droht »König« Straube dem Volke.

Später probiert er mit Graf Otto den Kuhfladen-Trunk nach mittelalterlicher Rezeptur. Sein Urteil: »Es schmecket!« Muh, ein Milchdrink hätte besser gepasst...

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