Wapelbad-Chef Markstedt fordert Gelassenheit zum 1. Mai – Stadt stellt Regeln auf Einfach mal abfeiern – aber mit Rücksicht

Gütersloh (WB). Wapelbad-Betreiber Matthias Markstedt ruft in einem »Brandbrief« die Medien auf, die bisherigen Feiern zum 1. Mai nicht so negativ darzustellen. Das erschwere die Suche nach einem dringend benötigten Platz, an dem sich Jugendliche treffen und abfeiern können.

Von Stephan Rechlin
Wapelbad-Chef Matthias Markstedt fordert mehr Gelassenheit beim Blick auf die Feiern zum 1. Mai in Gütersloh.
Wapelbad-Chef Matthias Markstedt fordert mehr Gelassenheit beim Blick auf die Feiern zum 1. Mai in Gütersloh. Foto: Wolfgang Wotke

Die Stadt Gütersloh stehe in der Pflicht. Jahrelang seien die Dalkeauen als Veranstaltungsort geduldet worden, doch jetzt wolle man massiv eingreifen. Der ganze Druck in Gütersloh liege auf den Dalkeauen und auf dem Wapelbad. Das Wapelbad müsse am 1. Mai einen enormen Aufwand betreiben, um seine eigene Veranstaltung zu schützen, die übrigens seit 2007 immer sicher gewesen sei. Im Verein werde bereits diskutiert, im nächsten Jahr am 1. Mai das Wapelbad abzuschließen.

Früher habe es genügend dezentrale Veranstaltungen in jedem Stadtteil gegeben. Das sei durch die Auflagen des Ordnungsamts nicht mehr möglich – sie erstickten viele Veranstaltungen im Keim. Markstedt: »Warum eröffnet die Stadt Gütersloh nicht mehr Möglichkeiten, wie die große Wiese im Stadtpark?« Die Vorurteile gegenüber Jugendlichen seien unberechtigt: »Im Wapelbad hängen sie zum Teil nachts ab und machen null Müll. Wie man in den Wald ruft, schallt es heraus.«

In einer Stellungnahme appelliert die Stadt an alle Menschen, die den 1. Mai in den Dalkeauen feuern, Rücksicht zu nehmen und ein paar Regeln zu beachten.

So sei es nicht notwendig, dass mit tragbaren Stromerzeugern Musikanlagen betrieben werden. Auch das Grillen müsse im Hinblick auf die – trotz des Regens in den vergangen Tagen – bestehende Waldbrandgefahr unterbleiben.

Das Ordnungsamt weist in der Stellungnahme ferner darauf hin, dass übermäßiger Alkoholkonsum die Stimmung bei einem friedlichen Fest empfindlich stören kann. In diesem Zusammenhang sei nochmals auf den Jugendschutz hingewiesen. Bier und Wein erst ab 16, Schnaps erst ab 18 – und das jeweils in Maßen.

Daher wird darauf hingewiesen, dass »mobile Gaststätten«, also Theken mit Bierfässern und Zapfanlage, keinen Platz an der Dalke hätten. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Sicherheitsdienstes würden Zugangskontrollen vornehmen und Personen mit Musikanlagen, Grill und Zapfanlagen zurückweisen.

Auf dem Gelände seien ausreichend Abfallbehälter aufgestellt. Der Appell des Ordnungsamtes: Bitte benutzen! Nicht zuletzt auch der Tiere und Pflanzen zuliebe, für die wilder Müll eine große Gefahr darstellt. Fazit der Stadt: »Mit ein bisschen Rücksichtnahme lässt sich ein schöner 1. Mai feiern.«

Die negativen Schlagzeilen zu den Feiern am 1. Mai sind aus den Erfahrungen vergangener Jahre gespeist. Wegen alkoholbedingter Gewalttaten und ungeheurer Mengen Müll, die in der sensiblen Natur der Dalkeauen einfach entsorgt worden waren, hatte CDU-Ratsherr Hermann Birkenhake im vergangenen Jahr gefordert, die Veranstaltungen dort künftig ganz zu verbieten.

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