Juso-Chef Kevin Kühnert spricht in der Weberei über Gesetzesreform
Spitze gegen die Ministerin

Gütersloh (WB). Kapuzenjacke und Jeans: So stellt man sich einen (noch blutjungen) Politiker, dem eine große Zukunft prophezeit wird, eigentlich nicht vor. Aber auch in puncto Outfit möchte sich der lässig gekleidete SPD-Nachwuchsstar Kevin Kühnert von den »grauhaarigen Schlipsträgern« im Parlament abgrenzen.

Dienstag, 30.04.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 15:46 Uhr
Bei seinem Besuch in der Weberei in Gütersloh hat SPD-Nachwuchsstar Kevin Kühnert über den Mindestlohn für Auszubildende gesprochen. Vor seiner Abreise in Richtung Kiel nahm der Juso-Vorsitzende sogar noch an einem abschließenden Workshop teil. Foto: Uwe Caspar

»Jugendliche sind angeblich politikverdrossen. Doch sie wollen selber Verantwortung übernehmen«, bekräftigt der Juso-Bundesvorsitzende bei seinem Blitzbesuch in der Gütersloher Weberei.

Kevin Kühnert sagt gerne zu

Kühnert ist im Vorfeld der Europawahlen gern der Einladung des Juso-Kreisverbandes und der Gewerkschaft gefolgt, nachdem der gefragte 29-Jährige vorher noch in Minden referiert hat und nach seinem Auftritt in der Dalkestadt sofort zum nächsten Termin düst – er wird in Kiel erwartet. In Gütersloh kann der Kreisvorsitzende Matthis Haverland mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Elvan Korkmaz einen weiteren prominenten Gast begrüßen. Auch Micha Heitkamp, Chef der Jungsozialisten Ostwestfalen, und die ebenfalls für das EU-Parlament kandidierende Sally Lisa Starken (»Ich will ein Europa mit rotem Herz mitgestalten«) aus Minden nehmen am Meeting unter dem Motto »ArbeitBesserMachen« teil.

Ein dickes Lob von mir. Denn ihr habt heute die richtige Debatte angestoßen, so bringen wir die Gesellschaft nach vorne.

Elvan Korkmaz

»Ein dickes Lob von mir. Denn ihr habt heute die richtige Debatte angestoßen, so bringen wir die Gesellschaft nach vorne«, erklärt Elvan Korkmaz in ihrer kurzen Begrüßungsrede. Als Kevin Kühnert das Mikrofon übernimmt, fordert er unter anderem eine gründliche Reform des vor 50 Jahren in Kraft getretenen Berufsbildungsgesetzes. »So alt es ist, so liest es sich auch. Dieses Gesetz wurde in 50 Jahren kaum verändert, deshalb ist ein weiteres Upgrade dringend nötig«, meint der SPD-Hoffnungsträger. Kühnert kann sich auch eine verbale Spitze gegen CDU-Bildungsministerin Anja Karliczek nicht verkneifen. »Die Dame mit der 5G-Milchkanne hat immer noch nicht ihre Aufgabe verstanden. Sie wird auf der Straße auch kaum erkannt, weil sie als Ministerin ja selten in Erscheinung tritt«, spöttelt Kühnert in der Weberei.

Dieses Gesetz wurde in 50 Jahren kaum verändert, deshalb ist ein weiteres Upgrade dringend nötig

Kevin Kühnert

Zudem liegt ihm eine bessere Vergütung jener Ausbildenden sehr am Herzen, die ein Dualstudium betreiben. Mit nur 300 Euro im Monat könne man nicht auf eigenen Beinen stehen, 650 Euro sollten es schon sein. Kühnert dazu: »Selbst wenn die Betreffenden damit keine großen Sprünge machen können, wäre es dennoch eine weitere Verbesserung für sie.« Der forsche Jung-Politiker, der gern das Tanzverbot an Karfreitag kippen möchte, will für die bevorstehenden EU-Wahlen die jungen Leute mobilisieren. Denn: »Gerade für sie geht es um alles in Europa.« Wenngleich die Zeit drängt: Kühnert beteiligt sich noch an einem Workshop in der Weberei, bevor er nach Kiel aufbricht.

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