Anno 1280: Grundsteinlegung für das erste Dorf der Seeräuber
Wikinger gehen ihren eigenen Weg

Gütersloh (WB/cas). Feierlich und natürlich in historischen Kostümen tragen Sascha Hagemeier und Chris Vanjura  die Holzkiste zum ausgebuddelten Loch. Es handelt sich hier nicht um eine Beerdigung, sondern um eine symbolische Grundsteinlegung für das künftige Wikingerdorf bei der nunmehr elften Auflage von »Anno 1280« (29. Mai bis 2. Juni).

Montag, 08.04.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 08:50 Uhr
Keine Beerdigung im künftigen Wikingerdorf, sondern Ritual: Chris Vanjura und Sascha Hagemeier versenken die Kiste. Foto: Uwe Caspar

In der Kiste liegt neben einer Nadel und einem Stoffstück ein Pergamentpapier. Darauf steht geschrieben: »Am heutigen Tage, den 6. April 2019, gründen die Sippen Nord Ulven und Var Ulven auf Grund und Boden des edlen Ritter Bernhard Kruse zu Isselhorst das Wikingerdorf.« Die Idee dazu kam den Beteiligten beim vorjährigen Anno-Fest am Tresen der Taverne. »Wir wollten unsere eigene Lagerstatt haben, zumal Wikinger und Ritter von der Zeitepoche nicht zusammenpassen«, erläutert Mischa Weber, Mitglied der in Stadthagen beheimateten Nord Ulven, warum die Seeräuber der Neuzeit im »Hejre Baek Scad« (übersetzt: das Dorf am Reiherbach) nun ihre eigenen Wege gehen. Scherzhaft nennen die Wikinger ihre Ritter-Konkurrenten auch »wandelnde Blechdosen«.

Zwischen 18.000 und 22.000 Besucher werden erwartet

Insgesamt mehr als 100 Heerlager erwartet Anno-Cheforganisator Norbert »Graf« Morkes zum diesjährigen Mittelalter-Kult­event, das sich erstmals über fünf Tage erstreckt. Durchschnittlich zwischen 18.000 und 22.000 Besucher strömen zum Reiherbach, wenn Schwerter gezückt werden und Rüstungen klappern. »Bisher ist es immer aufwärts gegangen«, freut sich Morkes über die wachsende Popularität seiner zugkräftigen Veranstaltung.

Das an einem kleinen See liegende Wikingerdorf – ein mittelalterliches Langboot dient als Flusstaxi – ist nun eine weitere Attraktion. Die Ulven hoffen, dass sie noch rechtzeitig ihren alten Backofen aus Lehm in Betrieb nehmen können. Erster Spatenstich und Grundsteinlegung findet Norbert Morkes angemessen: »Die gleiche Zeremonie wie damals beim neuen Stadttheater.«

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