Videoproduzent Peter Naguschewski arbeitete auch für Michael Jackson und Elton John
Heißer Jazz in kühler Oldie-Werkstatt

Gütersloh (WB). Er drehte sogar schon Videos mit Poplegenden wie Michael Jackson und Elton John. Jetzt ist der in Gütersloh aufgewachsene Peter Naguschewski, langjähriger Produzent in seiner Firma »Filmservice München«, für ein Wochenende in seine Heimatstadt zurückgekehrt, um bei seinem Kumpel Markus Clemens die Kamera laufen zu lassen. Dessen Oldie-Werkstatt diente als ideale Kulisse für die Video-Premiere der Jazzband »Cat Maloon & The Fabulous4«.

Montag, 08.04.2019, 05:15 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 05:30 Uhr
Lady in Red: Frontfrau Katja Assauer mit ihren Bandkollegen Toshi Seo (am Keyboard), Michael Wächter (am Bass) und Axel Senge. In der Gütersloher Oldie-Werkstatt von Markus Clemens wurde das erste professionelle Video der Jazzband gedreht.     Foto: Uwe Caspar

»Ich habe die Band zufällig bei einem Auftritt in Herford erlebt und war gleich so begeistert, dass ich ihr die Produktion eines Videos angeboten habe«, erzählt Naguschewski., der für seinen Dreh in der Dalkestadt ausnahmsweise kein Honorar verlangte. Der heimische Karosseriebauer Clemens, der sich auf die Restaurierung von Oldies spezialisiert hat, lernte »Nagu« vor einigen Jahren kennen. »Ich sollte Peters alten Porsche wieder flott machen. Seitdem mögen wir uns«, war der Gastgeber sofort einverstanden,  seine Halle als Drehort zur Verfügung zu stellen. Zumal Clemens selbst Jazzfan ist und Klavier spielt: »Aber nur hobbymäßig.«

Sechs Kameras im Einsatz

Mit sechs Kameras rückt das Team aus München in seiner Werkstatt an, um die Frontsängerin Cat Maloon, die bürgerlich Katja Assauer heißt, und ihre musikalischen Mitstreiter ins rechte Licht zu rücken. Heiße Jazznummer in kühler Halle und zwischen coolen Oldies! Die Lady in Red (rotes Kleid, rote Highheels) hat sogar eine Visagistin mitgebracht. Ihre Freundin Nathalie Tezel schminkt sie auch vor Auftritten. Ein Bandmitglied fehlt diesmal: Der Harsewinkeler Ausnahme-Gitarrist Ansgar Specht ist verhindert. Bis auf die attraktive Swing-Sängerin und Mutter von zwei Söhnen (die 43-Jährige schmunzelnd: »Wenn ich singe, hält sich der Jüngere meistens die Ohren zu«) sind alle Profimusiker, die in verschiedenen Formationen ihr Geld verdienen. Ihr zwangloses Engagement mit »Cat Maloon« betrachten sie eher als Freizeitvergnügen.

Für Peter Naguschewski indes, der bis 1968 in Gütersloh lebte und hier auf mehreren Schulen vorzeitig strandete (»Überall rausgeflogen!«) ist sein Job als Filmproduzent Knochenarbeit.  Die berühmtesten Auftraggeber des 70-Jährigen: Michael Jackson und Elton John. Unter erschwerten Bedingungen, denn das Management der beiden Künstler verlangte knallharte Vorgaben am Set. Nur ein einziges falsche Getränk – und der Termin wäre geplatzt.

Michael Jackson konnte die Elefanten riechen

Die Zusammenarbeit mit Michael Jackson fand in einer riesigen Ausbesserungswerkstatt der Münchner Eisenbahn statt. »Weil dort auch Kuhhäute gelagert wurden, stank es erbärmlich. Ich flunkerte seinem Manager vor, dass Zirkus Krone hier einige seiner Tiere unterstellt«, berichtet Naguschewski. Das glaubte dann auch der tierliebende Jackson. Der Superstar damals schnuppernd: »I can smell the elephants.«

Etwas kompliziert gestaltete sich für Naguschewski ein gemeinsames Filmprojekt mit Elton John und Luciano Pavarotti. »Luciano forderte eine Hallentemperatur von 23 Grad, Elton dagegen bestand auf 18 Grad Celsius. Außerdem verbot Pavarotti uns, ihn mit einem Burger zu filmen – weil er zu dem Zeitpunkt gerade eine Diät machte.« Obwohl seine damaligen Promikunden schon längst Multimillionäre waren, fiel »Nagus« Gage relativ bescheiden aus: »Alle ganz schön geizig!«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6524996?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) streiken vor einem BVG Betriebshof in der Stadt.
Nachrichten-Ticker