Gütersloh: Umfrage endet Unentschieden – keine Mehrheit für die Tonne
Stadt bleibt am gelben Sack hängen

Gütersloh (WB). Unentschieden. Die eine Hälfte der Gütersloher ist für die Einführung einer gelben Tonne, die andere Hälfte möchte den gelben Sack behalten.

Montag, 01.04.2019, 20:02 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 20:04 Uhr
Die gelben Säcke bleiben aller Voraussicht nach auch in den kommenden drei Jahren dem Gütersloher Stadtbild erhalten. Foto: dpa

Dieses Ergebnis hat Dr. Gabriele Becker vom Institut für Abfall aus Ahlen in zwei Befragungen im Oktober 2018 ermittelt. 50,5 Prozent von 620 bei der Laubsackausgabe am Bauhof, in der Fußgängerzone und vor Aldi und Marktkauf an der Hans-Böckler-Straße befragten Bürgern würden lieber den gelben Sack behalten. 49,3 Prozent sind für die gelbe Tonne.

Sozioökonomische Auswertung

Dabei hat das Team die Leute nicht nur gefragt, wie zufrieden sie mit den gelben Säcken sind, welches System sie sich wünschten und ob sie Platz für eine weitere Tonne hätten. Sie fragten auch nach Alter, Geschlecht, den Stadtteil, ob sie in einem Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder in einem Wohnblock lebten und ob sie Mieter seien oder ihnen die Immobilie gehöre.

Dr. Becker hat das Umfrageergebnis auch anhand dieser Merkmale geprüft: »Egal, welche Gruppen ich miteinander vergleiche. Aus der Umfrage geht keine eindeutige Präferenz hervor.«

Verhandlungen im Sommer

Im Sommer wird Matthias Maurer, Leiter der Stadtreinigung, mit dem Dualen System Deutschland über die Zukunft der Leichtverpackungen in Gütersloh verhandeln müssen. Insofern bleibe auch keine Zeit mehr für eine von Thomas Kessenjohann (BfGT) vorgeschlagene, ergänzende Online-Umfrage, deren Repräsentativität ohnehin nur schwierig zu prüfen sei. Aus den Antworten zur Zufriedenheit mit dem gelben Sack gaben immerhin noch 26 Prozent der Befragten an, dass sie »teilweise zufrieden« seien. Sollten die Säcke reißfester und besser verfügbar werden, würde ein Teil von ihnen sicher auch ins 47 Prozent umfassende Lager der Zufriedenen wechseln. Mit diesem Ziel würde Maurer darum erst einmal in die Vertragsverhandlungen für die kommenden drei Jahre ziehen.

»Auf bessere Säcke lässt sich das Duale System eher ein als auf einen kompletten Systemwechsel«, sagt Dr. Gabriele Becker. Der bleibe nicht ausgeschlossen. Die Stadt Velbert klage auf Einführung eines Mischsystems. Das Urteil könne Gütersloh in Ruhe abwarten.

Kommentare

Mathias Anderer  wrote: 01.04.2019 23:28
Sack beibehalten!
1.: Nein, ich habe keinen Platz für eine 5. (!) Mülltonne!
2.: Es ist mir erlaubt, nein, es ist sogar erwünscht, dass ich unbegrenzte Mengen Ware einkaufe. Ergo: Die Abfallmenge ist ebenfalls unbegrenzt, da bezahlt und die fachgerechte Entsorgung garantiert. Die Tonne bevormundet mich, das Wertstoffaufkommen und somit meine Einkäufe zu begrenzen (auch wenn es selten vorkommen würde)!
3.: Die Qualität der Säcke hat sich merklich verbessert, deshalb gibt es keinen Bedarf, zu wechseln. Das wäre ein eindeutig künstlich steuerbarer Vorgang!
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