Mediziner geben Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Erste-Hilfe-Tipps
Keine Angst vor Herzmassage

Gütersloh (WB). Wissen Sie, was in einem medizinischen Notfall zu tun ist? So mancher wird jetzt wohl etwas ratlos an die Zeiten seiner Führerscheinprüfung zurück denken. Etwa 30 Mitglieder der »Young Strokers«, der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe für junge Menschen im Kreis Gütersloh, haben ihr Wissen aufgefrischt.

Mittwoch, 06.03.2019, 15:00 Uhr
Stephan Wörheide, Norbert Zoremba, Helena Unruh und Jan Meilahn (von links) haben den Mitgliedern des Selbsthilfegruppe »Young Strokers« mit Sprecher Max Ackermann (sitzend, Zweiter von links) wertvolle Tipps zum Thema Erste Hilfe gegeben. Foto: Dunja Delker

Dabei wissen sie eigentlich nur zu gut, wie wichtig im Notfall die Erste Hilfe ist. Sie selbst haben einen Schlaganfall erlitten oder haben als Angehöriger die Erfahrung machen müssen. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand und dem damit verbundenen Sauerstoffmangel können schon nach sechs bis sieben Minuten irreversible Schäden auftreten.

Experten aus dem »Eli-Hop«

»In den seltensten Fällen ist dann schon der Notarzt vor Ort«, sagt Norbert Zoremba, Chefarzt der Klinik für Anästhesie am St. Elisabeth-Hospital Gütersloh. Er hat den zweistündigen Erste-Hilfe-Kursus mit Jan Meilahn, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege, Fachkrankenschwester Helena Unruh und Stephan Wörheide, Oberarzt für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie in den Räumen der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe durchgeführt.

Theorie und Praxis

Je eher, desto besser: Erste Hilfe kann Leben retten. »Sie können nur etwas falsch machen, indem sie nichts tun«, sagte Zoremba und ermunterte seine Zuhörer zur Herzdruckmassage. »Was ist schon eine gebrochene Rippe gegen erhebliche Schäden oder sogar den Tod?« Im Praxisteil legten die »Young Strokers« schließlich selbst Hand an und übten an Reanimationspuppen Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung.

Zahlen und Fakten

Doch zunächst lieferte der Chefarzt weitere Zahlen und Fakten: Pro Jahr werden deutschlandweit etwa 48.000 Menschen reanimiert, in Gütersloh sind es etwa 60. Etwa 15 Prozent können das Krankenhaus später nahezu gesund wieder verlassen. »Durch primäre Reanimation durch Ersthelfer können es zehn Prozent mehr sein«, betont Norbert Zoremba. Auch Rollstuhlfahrer oder halbseitig gelähmte Menschen – so wie an diesem Abend bei den Young Strokers durchaus dabei – können ihren Beitrag zur Ersten Hilfe leisten: »Zögern Sie nicht, die 112 anzurufen«, betont der Chefarzt.

Notfallhilfe als Schulfach

Dass in Deutschland in Sachen Erste Hilfe noch viel Nachholbedarf besteht, untermauerten die Mediziner ebenfalls mit Zahlen und Fakten: Etwa 60 Prozent der Herzstillstände treten ein, wenn der Betroffene nicht allein ist. Doch in nur 17 Prozent der Fälle wird Erste Hilfe geleistet. Zum Vergleich: In den Niederlanden steht etwa 75 Prozent beobachteter Fälle eine Erste-Hilfe-Quote von über 60 Prozent gegenüber. Das liegt laut Zoremba auch daran, dass Erste Hilfe in Skandinavien ein Schulfach ist.

• Wer sein Wissen in Sachen »Erste Hilfe« ebenfalls auffrischen möchte, kann sich an das St.-Elisabeth-Hospitals wenden unter Tel. 05241/5070.

Mehr unter www.youngstrokers.de

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