Gütersloher Gastwirte blättern 700 Euro für Champions League hin
Fußball ist so teuer wie Miete

Gütersloh (WB). Top-Spiel in der Champions-League: FC Bayern gegen Liverpool. Könnte man mit Freunden am 13. März zusammen in der Kneipe gucken. Doch wo geht das überhaupt noch? Den Sender Sky haben nur noch wenige Gastronomen und selbst die, die ihn anbieten, müssen für einige Spiele für den Eurosportplayer und »DAZN« freigeschaltet sein. Ein teurer Spaß.

Dienstag, 05.03.2019, 07:00 Uhr
Mit den Bayern um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League zu zittern ist in nur noch in wenigen Gütersloher Kneipen möglich. Die Abokosten haben inzwischen das Ausmaß einer Monatsmiete für eine Zweizimmer-Wohnung erreicht. Foto: dpa

Das Fußballvergnügen kostet insgesamt so viel, wie die monatliche Miete für eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Das ärgert vor allem Wirte, denn diese Summe können sie nicht wieder reinzapfen. Georgius Tzallas bietet Sky-Fernsehen in der Gaststätte Nordpol an der Marienfelder Straße an. »Wir zahlen mittlerweile mehr als 700 Euro für das Abo«, erklärt er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Darin sei dann die Erhöhung für den Eurosportplayer, der rund 60 Euro im Monat kostet, enthalten. »Wenn interessante Spiele sind, dann ist die Kneipe rappelvoll«, sagt Tzallas, dessen Familie die Gaststätte mittlerweile 40 Jahre betreibt. Er werde das Abo beibehalten – als Kundenservice. »Rechnen tut sich das nicht«, berichtet er.

Dem stimmt auch Green’s Betreiberin Kathrin Dudding zu. »Wir haben die erste Erhöhung des Abos schon vor fünf Jahren mitgemacht«, sagt die 42-Jährige, die mit dem Green’s am 5. März ihr 15-jähriges Bestehen feiert. Es sei hochpreisig und nicht jeden Monat hole sie die Kosten raus. »Ich habe eine Mischkalkulation – auf’s ganze Jahr gerechnet«, erklärt sie. Dann komme es »in etwa hin«.

Sky gibts noch an 19 Orten

Der Skyfinder im Internet zeigt für Güterloh noch 19 Kneipen, Shisha-Bars und Hotels an, die Sky-Fernsehen bieten. Und es werden immer weniger. Der Gütersloher Dehoga-Sprecher Andreas Kerkhoff weiß, dass der Frust bei den Wirten hoch ist. »Es gibt immer mehr Wirte, die ihr Abo kündigen«, berichtet er. Selbst die Mitglieder des Gaststättenverbandes profitierten nicht. »Es gibt keine Rabattierung. Lediglich für die Hotels wird es im Vergleich zur Kneipe günstiger, weil wir Sky auch auf den Zimmern anbieten«, sagt Kerkhoff. Er müsse keinen Quadratmeterpreis für sein Hotel Appelbaum zahlen wie die Gastwirte. Auch er werde in seinem Hotel weiter den Bezahlsender anbieten. »Wir haben schon mal größere Gruppen da, die wollen einfach gemeinsam spannende Fußballspiele verfolgen«, sagt er.

Die Idee, die bereits in einigen Großstädten umgesetzt wird, in Fußballkneipen Eintritt zu nehmen, findet Kerkhoff »putzig«. »Dass man nur rein darf, wenn man was rausrückt, das funktioniert in Gütersloh nicht«, vermutet er. Die Fußballfans würden in diesem Fall lieber Zuhause im Wohnzimmer gucken. Und dafür dann den Fußballabend aus eigener Tasche bezahlen.

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