Thomas Putze zeigt Kunst mit vollem Körpereinsatz und Humor
Spaß trotz Schmerzen

Gütersloh (WB). Der Künstler Thomas Putze löst mit seinen Werken die Grenze zwischen Performance, Bildhauerei und Zeichnung auf. Der Kern seiner Werke liegt dabei auf der Tier und Menschendarstellung, deren besonderes Merkmal es ist, Bewegungsabläufe, Körper-und Geisteshaltung einzufangen.

Dienstag, 05.03.2019, 11:16 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 11:50 Uhr
Mit seiner »Gütersloher Hängung« zeigt Thomas Putze speziellen Humor und ganzen Körpereinsatz. Während er da so halb nackt baumelt, kommt ihm das Plakat zum Thema »Echte Körper« gerade recht. Er bezieht es kurzerhand mit ein. Foto: Eva Ludwig

Dabei geht es, um ein permanentes Agieren zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Seine aus Holz und Fundstücken des Zivilisationsmülls hergestellten Skulpturen und Assemblagen sind von narrativer und zeichnerischer Dynamik beseelt. Der 51-Jährige erfasst und verbindet auf humorvolle und skurrile Weise, das Wesen verschiedener Kreaturen.

Der Mensch im Tier, das Tier im Menschen

So spiegelt sich das Menschliche im Tierischen und das Tierische im Menschlichen wieder. Abgründiges, Anstößiges, allzu Menschliches stellt er zeichnend und bildhauerisch dar und enthüllt in seiner Darstellungsweise und durch den Sprachwitz seiner Arbeitstitel immer wieder die unfreiwillige Komik tragischer Situationen.

Bei der Ausstellung des Kunstvereins Kreis Gütersloh, performte Putze, nach einigen Gitarrenstücken, das Exponat »Gütersloher Hängung«. Hierbei hing er sich leicht bekleidet und umhüllt mit Drahtseilen an die Decke. Trotz Schmerzen machte ihm die Performance Spaß und auch für Witze blieb ihm noch genügend Luft: »Ich wusste nicht, dass Bilder an der Wand so leiden müssen«, lachte er und bezeichnete sich selbst, als ein »Landschaftsformat«. Wichtig bei seinen Exponaten sei ihm die Körperbetonung, Bewegung und das Risiko.

Er kann sich nichts anderes vorstellen

Nach seinem Theologie Studium ging er zum Kunststudium über und entfaltet nun seit 20 Jahren seine Leidensschaft in der Kunst, wobei er erst mit dem Zeichnen begann. Putze ist sich sicher, seinen Job bis zu seinem Lebzeitende machen zu wollen: »Ich kann mir nichts anderes vorstellen.« Zehn Ausstellungen im Jahr hat der Stuttgarter, meistens im Süden. Durch eine Empfehlung seiner Kollegin Caro Fugazzi kam er nach Gütersloh. Mehr als zufrieden äußerte er sich über die Räume, die der Kunstverein ihm zur Verfügung stellt.

Bis zum 7. April können einige von seinen unzähligen Skulpturen und Zeichnungen im Veerhoffhaus in Gütersloh noch bewundert werden.

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