Gütersloh: Gutachter empfiehlt Verzicht auf fünf Bäume – CDU kündigt Fragen an
Eichen fallen erst nach Analyse

Gütersloh-Friedrichsdorf  (WB). Der CDU-Ortsverband Avenwedde-Friedrichsdorf ist von der Fällung 100 Jahre alter Eichen am Kuckucksweg überrascht. »Wir können den Unmut der Bürger und Anwohner am Kuckucksweg nachvollziehen. Jedoch gilt es in der Frage nach den Umständen der Fällung, sachliche Argumente anzuführen und zuzulassen«, betont der Vorsitzende der Ortsunion, Daniel Helmig.

Samstag, 02.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 07:02 Uhr
Nach mehr als 100 Jahren sind diese Eichen am Kuckucksweg gefällt worden. Ein Baumgutachter hatte Bauherren und Architekten dazu geraten. Foto: Stephan Rechlin

Vermutlich liege ein Informationsdefizit bezüglich des Gesundheitszustandes der Bäume vor: »Wenn die Bäume abgängig gewesen sind und somit eine Gefahr für den öffentlichen Raum, dann hätte das frühzeitig bekannt gegeben werden können, damit solche Diskussionen eben gar nicht erst entstehen. Wir gehen davon aus, das alle Seiten juristisch korrekt gehandelt haben.«

Die CDU kündigt an, im nächsten Umweltausschuss über ihren Sprecher Georg Hanneforth verschiedene Fragen zum Thema einzubringen und Informationen einzuholen: »Die wichtigste Frage für uns wird sein, wie mit dem vorhanden Baumbestand am Kuckucksweg umgegangen wird und ob ein Schutz noch möglich ist.«

Bäume sind keine Laternen

Daniel Helmig betont noch einmal: »Bäume sind Lebewesen und keine Laternen, die wir auf- und abbauen können, wie es uns gefällt. Deswegen sollten wir auf ihren Schutz besonderen Wert legen.«

Architekt Kai Beckmann, der das Projekt am Kuckucksweg betreut, bestätigt die Vermutung Helmigs: »Ursprünglich wollte ich nur zwei Eichen am Rotkehlchenweg entfernen.« Auf Empfehlung des Gütersloher Grünflächenamtes habe er einen Baumgutachter eingestellt, der nach einer Untersuchung zum Fällen von fünf Bäumen geraten habe. Beckmann: »Vier Bäume davon seien nicht mehr vital gewesen, einer hätte allein stehend keinen Sturm mehr überstanden.« Er sei sich mit dem Bauherren einig, dass Bäume nachgepflanzt werden, sobald es die Bauarbeiten zulassen: »Die Baumschutzsatzung würde uns auch Ersatzzahlungen ermöglichen. Doch Bäume prägen das Grundstück und das gesamte Quartier. Darum sollen hier wieder welche wachsen.«

Ob die Bäume auf dem südlichen, noch unbebauten Teil des Grundstückes erhalten werden können, vermag Beckmann noch nicht zu sagen: »Das Grundstück befindet sich in der Vermarktung. Es gibt zahlreiche Kaufinteressenten.« Neben einiger Eichen stehen dort Birken, Ahornstämme und Rotbuchen: »Grundsätzlich streben wir an, alle Bäume zu erhalten.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6433676?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Debatte über Kurzzeit-Lockdowns zum Brechen der Corona-Welle
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte am Dienstag davor, dass Deutschland in Situationen kommen könnte, «die ausgesprochen schwierig sind».
Nachrichten-Ticker