Gütersloh: Lombard-Inhaber (61) zieht Notbremse und stellt Insolvenzantrag
70.000 Euro sollen fehlen

Gütersloh (WB). Seit dem 12. November ist die beliebte »Lombard Brasserie« an der Feldstraße dicht. Jetzt hat der 61-jährige Inhaber Privatinsolvenz angemeldet. Gegen seinen ehemaligen Betriebsleiter will er eine Strafanzeige stellen: »Mir bleibt nichts anderes übrig, denn viel Geld ist weg.«

Donnerstag, 07.02.2019, 07:00 Uhr
Seit dem 12. November ist die beliebte »Lombard Brasserie« an der Feldstraße in Gütersloh geschlossen. Doch schon bald sollen die Lichter wieder angehen. Foto: Wolfgang Wotke

Die Rede ist von rund 70.000 Euro, die in der Kasse fehlen sollen. »Lieferenten sind nicht mehr bezahlt worden, auch die Pacht in den vergangenen Monaten nicht. Deshalb musste ich handeln und habe noch im November den Schlüssel umgedreht«, sagt der 61-Jährige im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Zu wenig Umsatz?

Aufgefallen sei die »Misswirtschaft« nach der einwöchigen Großveranstaltung »Woche der kleinen Künste« im August auf dem Dreiecksplatz, als man ihm mitteilte, dass nur wenig Umsatz gemacht worden sei. Mit Sicherheit habe gerade in dieser Zeit die Kasse geklingelt, denn sieben Tage lang sei dort der »Bär« los gewesen. »Tausende von Besuchern säumten täglich den Platz, um die tollen Bands zu sehen.« Nicht zu vergessen sei auch der traumhafte Sommer im vergangenen Jahr, der Monate lang angedauert habe, und die Musik-Events aus der Reihe »Freitag 18«. »Optimaler geht es einfach nicht für die Außengastronomie.«

Übersicht verloren

Auch tagsüber sei die Gaststätte ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer gewesen. Ganz zu schweigen von den lauen Sommerabenden, die viele Gütersloher genossen hätten. Der 61-jährige Inhaber gibt allerdings zu, im vergangenen Jahr etwas den Überblick verloren zu haben: »Ich hatte einen Herzinfarkt und war längere Zeit außer Gefecht gesetzt, sonst hätte ich eher die Reißleine gezogen.« Er fühle sich jedenfalls vom Betriebsleiter betrogen. Aus Gutmütigkeit habe er für ihn den Vertrag im Januar 2018 für das Lombard unterschrieben, »weil er als Betriebsleiter keine Konzession bekommen hat. Das war mein größter Fehler. Heiraten kann nicht schlimmer sein.«

Längst verglichen

»Das alles stimmt gar nicht. Die Wahrheit sieht ganz anders aus«, erklärt der 46-jährige Betriebsleiter gegenüber dieser Zeitung. Vor allem verwirre ihn die Drohung einer Strafanzeige. »Wir haben uns vor dem Arbeitsgericht längst geeinigt und gegenseitig auf etwaige Ansprüche verzichtet.« Doch wie geht es mit dem Lombard jetzt weiter? Hauptpächterin ist Margarita Burgos Luque aus Bad Salzuflen. Ihre rechte Hand, Axel Vordenbäumen, hat gestern bestätigt, dass schon bald wieder die Lichter im Lombard angehen könnten: »Es gibt Interessenten. Wir hoffen, dass wir bald Vollzug vermelden können.«

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