Eigentümer im Neubaugebiet Fritz-Blank-Straße befürchten lahmen Internetzugang
Glasfaser noch keine Selbstverständlichkeit

Gütersloh (WB). Hochmodernes Glasfaser-Internet ist im Gütersloher Neubaugebiet an der Fritz-Blank-Straße keine Selbstverständlichkeit: Das ist jetzt Susanne Klück (51) und Katrin Fuchs (39) deutlich geworden, als sie entsprechende Verträge abschließen wollten.

Donnerstag, 07.02.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 08:40 Uhr
Susanne Klück (51) und Katrin Fuchs (39, rechts) befürchten, dass sie in ihren Neubauten mit langsamem Internet leben müssen. Gleich nebenan gibt es Glasfaser-Anschlüsse. Foto: Carsten Borgmeier

Die beiden Frauen kauften mit ihren Ehepartnern im vergangenen Jahr zwei jeweils etwa 400 Quadratmeter große Baugrundstücke auf dem früheren Areal des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Insgesamt sollen dort in Dalke-Nähe 21 neue Eigenheime entstehen.

In der Nachbarschaft zum Baugebiet sollen die Bewohner über Glasfaser-Internet verfügen.

In der Nachbarschaft zum Baugebiet sollen die Bewohner über Glasfaser-Internet verfügen. Foto: Carsten Borgmeier

»Bevor wir dieses Grundstück erworben haben, hatten wir uns erkundigt, ob in diesem Gebiet schnelles Internet zur Verfügung stehen wird«, berichtet Klück. »Denn für mich als selbstständige Grafik-Designerin ist das von existenzieller Bedeutung«, betont die Rheda-Wiedenbrückerin. Die 51-Jährige weiter: »Laut Auskunft der Netzplanung war schnelles Internet vorgesehen.« Doch jetzt stelle sich die Sache ganz anders dar.

»Wir haben also das Grundstück gekauft und mussten jetzt erfahren, dass der Ausbau an den Kosten scheitern soll«, empört sich Klück. »Denn laut Auskunft der Bitel sollen in diesem Gebiet Kupferleitungen gelegt werden, um Kosten zu senken«, will die Bauherrin erfahren haben. »Wir sind fassungslos, dass die Kreisstadt es nicht zustande bringt, schnelles Internet in einem Neubaugebiet anzubieten«, ergänzt ihre zukünftige Nachbarin Katrin Fuchs. »Borgholzhausen und Rheda-Wiedenbrück sind da schon seit Jahren weiter«, meint die Lehrerin und zweifache Mutter.

Angst vor dem Kupferkabel

»Immer wieder wird von Standort-Nachteilen berichtet, bedingt durch langsame Leitungen in Deutschland«, meint Susanne Klück. Gütersloh propagiere großspurig den »Digitalen Aufbruch«, doch an der Fritz-Blank-Straße könnten nur steinzeitliche Internetzugänge verlegt werden, schimpfen die beiden Frauen. »Das ist doch ein Skandal«, so Susanne Klück.

In der Tat sei es noch nicht entschieden, ob die betreffenden Neubauten auf dem Gelände des früheren LWL-Schwesternheims Glasfaser- oder Kupferkabel-Anschlüsse bekommen, sagte gestern Jens Herrmann (51) als Sprecher der Unternehmensgruppe Stadtwerke Gütersloh (SWG), zu der die Netzgesellschaft als auch die Bitel gehören.

Erst Mitte 2019 soll der Bedarf geklärt werden

Erst in der zweiten Jahreshälfte beginnen nach Herrmanns Angaben die Vertriebsaktivitäten mit möglichen Vorverträgen. »Bekunden dabei mindestens 30 Prozent der Eigentümer Interesse an Glasfaser-Internet, wird das für uns erst wirtschaftlich darstellbar«, spricht der 51-Jährige auf die hohen Investitionskosten in die entsprechende Infrastruktur an. »Der Bedarf muss da sein.«

Schließlich gebe es auch Kunden, denen eine Datenleitung von maximal 100 Mbit pro Sekunde völlig ausreiche, sagt der Sprecher. Er betont aber: »Grundsätzlich ist es unser Ziel, das Glasfaser-Netz auszubauen, denn das ist die Zukunft.« Jens Herrmann: »Die SWG investieren in den nächsten acht Jahren rund 92 Millionen Euro in den Breitband-Ausbau.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6374373?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Neuer Erlass für Spiele ohne Fans
Arminia Bielefeld musste Mitte Oktober wegen hoher Coronazahlen in der Stadt das Spiel gegen Bayern München ohne Fans austragen – andere Bundesligisten in NRW spielten noch vor 300 Fans. Die Einhaltung der Regelung in der Coronaschutzverordnung soll nun ein Erlass des Gesundheitsministeriums sicherstellen. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker