Nach 26 Jahren an der Spitze der Avenwedder Feuerwehr wird Winfried Kroll verabschiedet
Löschzug verneigt sich

Gütersloh (WB/hm). Wenn einer nach 26 Jahren an der Spitze einer eingeschworenen Gemeinschaft und 43 Jahren in einem Ehrenamt seinen Posten räumt, muss das größte Abschiedsgeschenk schon mal mit der Sackkarre in den Saal gerollt werden.

Montag, 04.02.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 08:30 Uhr
Zum Abschied umarmt der neue Avenwedder Löschzugführer Dennis Kiunke (von hinten zu sehen) seinen Vorgänger Winfried Kroll. Foto: Henrik Martinschledde

Die Erfahrung machte Winfried Kroll am Freitagabend im Avenwedder Feuerwehr-Gerätehaus. Während der Jahreshauptversammlung übergab der 60-jährige Konditormeister das Amt des Löschzugführers an seinen bisherigen Stellvertreter Dennis Kiunke (37). Der ist auch hauptberuflich Brandbekämpfer und zwar in der Gütersloher Wache.

Kaum war das geschehen und mit der offiziellen Ernennung ­Kiunkes durch Stadtbrandmeister Joachim Koch besiegelt, rollte die besagte Sackkarre. Sie transportierte eine fast mannshohe Feuertonne mit dem eingebrannten Logo des Löschzuges. Die war das größte, aber auch eines von vielen Geschenken, mit denen viele Menschen »Danke« sagen wollten für das große Engagement, das Kroll als Feuerwehrmann und Löschzugführer an den Tag gelegt hat.

»Wir haben immer gemeinsam einen Weg gefunden«

Daher platzte der Saal in Gerätehaus auch aus allen Nähten. Neben einer großen Abordnung aus Politik und Verwaltung mit Bürgermeister Henning Schulz und der Beigeordneten Christine Lang waren auch viele Mitstreiter aus den Gütersloher Wehren mit ihren Sprechern Volker Müller und Björn Zippert sowie Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper gekommen, um den Avenwedder Chef gebührend und mit »Standing Ovations« in die Ehrenabteilung zu verabschieden.

Der blickte in seiner Abschiedsrede zurück. »Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir haben zwar nicht alles erreicht, aber wir haben immer gemeinsam einen Weg gefunden«, schätzt Kroll vor allem die große Kameradschaft und Zusammenarbeit im Löschzug: »Das ist das, was unseren Löschzug ausmacht.«

156 Einsätze im abgelaufenen Jahr

Davon profitieren natürlich vor allem die Bürger im Ort. Bevor Kroll als letzte Amtshandlungen Beförderungen und Jubilarehrungen vornahm, bilanzierte der stellvertretende Schriftführer Klaus Hunke das Jahr 2018. Durch zwei Unwetter im Januar und Mai stieg die Einsatzzahl für die 48 Aktiven im Vergleich zu 2017 deutlich von 114 auf 156. Damit kam die ehrenamtliche Wehr fast jeden zweiten Tag auf einen Einsatz. Auch beim ureigenen Metier, den Bränden, kletterte die Zahl von 26 auf 40. Für den Spielmannszug präsentierte dessen Leiter in seinem kurzen Jahresbericht unter anderem 23 Auftritte.

Im Amt bestätigt haben die Mitglieder den Stellvertretenden Löschzugführer Mike Buchholz, Mark Sander wurde zum Nachfolger des neuen Chefs bestimmt.

 

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