WDR-3-Jazzfest im Theater eröffnet – Publikum feiert die Künstler
Pianist lässt das Klavier singen

Gütersloh (WB). Zum dritten Mal in Folge und insgesamt schon zum vierten Mal gastiert das WDR-3-Jazzfest an diesem Wochenende im Theater Gütersloh.

Samstag, 02.02.2019, 14:00 Uhr
Zelebriert die weibliche Seite des Jazz: die dänische Sängerin Caecilie Norby. Foto: Collin Klostermeier

Zum Auftakt standen am Donnerstag die Komponistin Hendrika Entzian mit ihrem Big-Band-Projekt »Hendrika Entzian+«, das Florian-Weber-Trio, die dänische Sängerin Caecilie Norby sowie – kurz vor Mitternacht auf der kleinen Studiobühne – die holländische Saxofonistin Marike van Dijk auf dem Programm dieses langen Jazzabends.

Die Tücken des Komponierens

Die Wahl-Kölnerin Hendrika Entzian hatte beim Jazzfest 2018 den Kompositionspreis gewonnen und für die WDR-Big-Band fünf Stücke arrangiert, die vor einem Jahr zwar kompositorisch ausgefeilt, aber auch ein bisschen verkopft daherkamen. Dieselben Stücke stellte die Komponistin und Bassistin nun zum Festivalauftakt im Gütersloher Theater mit ihrem eigenen Big Band Projekt »Hendrika Entzian+« vor. Eine gute Wahl: Mit 17 Musikern ihrer Wahl, darunter auch sämtliche Mitglieder ihres Quartetts, entfalteten die fein gewebten Stücke nun ihr volles Potenzial. Zwischendurch erzählte Hendrika Entzian, die diesmal selbst den Taktstock in die Hand nahm und ihre Big Band ohne große Gesten souverän leitete, dem Publikum von den Tücken des Komponierens. Die Lösungen: einfach mal zwei Ideen aufeinanderstapeln oder einen zweiten ohne den ersten Teil spielen. Die Ergebnisse konnten am Donnerstag jedenfalls vollauf überzeugen.

Genialer Pianist aus Detmold: Florian Weber.

Genialer Pianist aus Detmold: Florian Weber. Foto: Klostermeier

Im zweiten Konzert gab es ein Wiedersehen mit dem genialen Detmolder Pianisten Florian Weber, der diesmal mit seinem Trio und der Saxofonistin Anna-Lena Schnabel nach Gütersloh gekommen war. »Wir haben uns kurz vor dem Konzert getroffen, die Gemeinsamkeiten kennen gelernt und die Unterschiede zelebriert«, erzählte der Improvisationspreisträger des Jazzfestes 2014. Beides war in diesem herausragenden Konzert deutlich zu hören, denn während Florian Weber das Klavier in seiner typischen Manier immer wieder aufs Allerschönste zum Singen brachte, ging die zierliche Anna-Lena Schnabel mit dem Altsaxofon mitunter beherzt dazwischen. Griff sie hingegen zur Querflöte, nahmen die Stücke einen ganz anderen, deutlich harmonischeren Weg. Gemeinsamkeiten und Unterschiede fanden dabei zu einem vom Publikum begeistert gefeierten Gesamtkunstwerk zusammen.

Frauen-Sextett aus sechs Nationen

Und während parallel im Bielefelder Bunker Ulmenwall die Gebrüder Wasserfuhr ihr aktuelles Trio-Projekt vorstellten, betrat im Gütersloher Theater die dänische Sängerin Caecilie Norby mit »Sisters in Jazz« die Bühne. Dahinter verbirgt sich ein europäisches Frauen-Sextett aus sechs Nationen, das mit ihrem imposanten Auftritt jegliche Diskussion über Frauen-Quoten im Jazz überflüssig machte. Hier wurde die weibliche Seite des Jazz mit entspannter Meisterschaft zelebriert. Im Gravitationspunkt: die angenehme, vielseitige Stimme von Caecilie Norby, die diesem schönen Konzert ganz sanft die Richtung vorgab.

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