Pächter prüft Insolvenzantrag und spricht von einem »individuellen Problem, das zur Schieflage geführt hat«
Misswirtschaft? – Lombard Brasserie ist dicht

Gütersloh (WB). An der Eingangstür klebt ein großes Schild, auf dem handschriftlich das Wort »Geschlossen« steht. Seit zwei Tagen ist die beliebte »Lombard Brasserie« an der Feldstraße dicht.

Freitag, 16.11.2018, 11:15 Uhr aktualisiert: 16.11.2018, 11:20 Uhr
Seit Montag ist die beliebte Gaststätte Lombard an der Feldstraße dicht. Wie es weitergeht, bleibt offen. Foto: Wolfgang Wotke

Stammgäste stehen sichtlich von der Nachricht überrascht und verwundert vor der Gaststätte und fragen nach dem »Warum?« – Die Rede ist von einer bevorstehenden Insolvenz. Stimmt das?

Inhaberin versichert, dass es weitergeht

Nachbarn berichten, dass Getränke-Lieferanten bereits am Mittwochabend ihre Spirituosen aus der Kneipe geholt und Mitarbeiter seit drei Monaten kein Geld mehr bekommen haben. Dem Betriebsleiter sei bereits vor einigen Tagen gekündigt worden. »Den Grund kennen wir aber nicht.« Das bestätigt auch auf Nachfrage die Inhaberin Margarita Burgos Luque aus Bad Salzuflen, die wiederum das Lombard an Joe Ködding aus Rheda-Wiedenbrück verpachtet hat: »Ich habe einen Anruf von einem Getränke-Lieferanten erhalten, der mir das alles mitgeteilt hat. Ich habe jedoch noch nichts Konkretes erfahren. Wenn es so sein sollte, dann ist es eben so.« Mehr wisse sie nicht, sagte sie gestern dem WESTFALEN-BLATT. Sie wolle jedoch dafür sorgen, dass die Musik-Kneipe so schnell als möglich wieder ihre Tür öffne. »Keine Sorge, es geht auf alle Fälle weiter.«

Traum-Sommer brachte viel Umsatz

Zu den kursierenden Gerüchten, dass das Lombard aufgrund von Misswirtschaft geschlossen worden sei, wollte Joe Ködding keine Stellung nehmen. »Dazu sage ich nichts.« Er sprach von einem »individuellen Problem, das schließlich zu einer wirtschaftlichen Schieflage geführt hat.« Zurzeit führe er intensive Gespräche mit zwei Interessenten aus Gütersloh, um doch noch eine Lösung zu finden, damit es weitergehen könne. Er prüfe aber auch einen Insolvenzantrag, falls die Gespräche scheitern sollten. Es gelte jedoch als sicher, dass er selbst die Gaststätte nicht weiterführen werde, sagte er dieser Zeitung. Er verriet jedoch: »Ich habe den Schlüssel umgedreht, damit nicht noch mehr Verbindlichkeiten auflaufen.« Es sei sehr schade, dass es trotz eines traumhaften Sommers mit viel Umsatz auch in der zugehörigen Außen-Gastronomie so weit gekommen sei. Joe Ködding: »Ich bin traurig darüber, weil ich weiß, dass sich unsere Gäste dort wohl gefühlt haben.«

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