Strafverteidiger und Nebenklage stellen drei neue Beweisanträge
Raubmord-Prozess: Wo ist der geheimnisvolle Viktor?

Gütersloh (WB). Der Prozess um den Raubmord in Rietberg-Westerwiehe geht in die nächste Runde. Der Gütersloher Rechtsanwalt Martin Rother, Strafverteidiger des Mitangeklagten Robert D., hat gestern zwei neue Beweisanträge gestellt.

Samstag, 27.10.2018, 04:28 Uhr aktualisiert: 27.10.2018, 04:30 Uhr
Die Strafverteidiger Martin Rother (links) und Timo Scharrmann haben zwei neue Beweisanträge gestellt. Foto: Wolfgang Wotke

Ein weiterer kam von der Nebenklage. Zuvor hatte die Strafkammer des Landgerichts Bielefeld allen Verteidigern eine Frist bis zum nächsten Verhandlungstag, 7. November, gesetzt. Bis zu diesem Datum müssten alle Anträge gestellt sein, um die Beweisaufnahme zu schließen.

Das will Rother nicht und verlangt zum einen, dass ein gewisser »Herr Bender« als Zeuge gehört werden soll. »Der kennt nämlich den angeblichen Mittäter Viktor, von dem er wohl auch den Nachnamen und Adresse hat«, erklärte er den Richtern. »Mittäter Viktor«, ein Russe, wurde während der vergangenen Verhandlungstage von anderen Zeugen als auch von Robert D. immer wieder als Tatbeteiligter genannt. Anwalt Matthias Doehring, der den zweiten Beschuldigten Artur T. vertritt, pflichtet dem bei: »Ich habe das Gefühl, dass das Gericht diesen Viktor einfach ausblendet. Doch alle Welt redet von ihm. Also muss es diesen Mann auch geben.« Weiterhin will Martin Rother, dass die Kammer ein Rechtshilfeersuchen bei der Staatsanwaltschaft in Warschau stellt. Er habe Informationen, dass der bislang vergeblich gesuchte Zeuge mit dem Spitznamen »Sexmister« in Polen lebt und erhofft sich dadurch den Aufentahltsort.

Rechtsanwältin Gabriele Martens als Vertreterin der Nebenklage führte in ihrem Antrag aus, dass man unbedingt neue Fotos vom Parkplatz, der in der Nähe des Tatortes liegen soll, produzieren müsste. Der am Donnerstag gehörte Zeuge Piotr L. hatte behauptet, er habe am Tagtag des Überfalls auf ein Brüderpaar seinen Kumpel Robert D. von dort abholen woller. Dieser sei jedoch nicht erschienen, deshalb sei er zurück nach Gütersloh gefahren. Martens: »Nur anhand der neuen Bilder können wir die damalige Situation richtig einschätzen.«

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