Millionen-Betrag für ehemalige Blankenhagen School in Gütersloh gefordert
Bundesanstalt setzt Ausrufezeichen

Gütersloh (WB). Seit drei Jahren wartet die Stadt auf ein Kaufangebot für die ehemalige Blankenhagen School an der Leipziger Straße – so lange steht die 1978 eingerichtete Schule für britische Vor- und Grundschulkinder inzwischen leer. Jetzt liegt das Angebot endlich auf dem Tisch – und löst Entsetzen aus.

Mittwoch, 16.05.2018, 08:15 Uhr aktualisiert: 16.05.2018, 08:20 Uhr
In der Blankenhagen School in Gütersloh soll eine Kita für 45 Kinder in zwei Gruppen eingerichtet werden. Foto: Stephan Rechlin

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) fordert nach WB-Informationen einen Betrag, der sich fast vollumfänglich am Bodenrichtwert orientiert. Sollte die Bima ihre Preisvorstellung beibehalten, wird es möglicherweise nichts mit einer Kindertagesstätte für 45 Kinder in zwei Gruppen, darunter vor allem für Kinder aus Flüchtlingsfamilien.

146 Kita-Plätze fehlen in Blankenhagen

Diese beiden Gruppen sollte es der Kindergartenbedarfsplanung zufolge schon seit Herbst 2016 geben. In Blankenhagen ist der Bedarf mit 146 noch fehlenden Kita-Plätzen in der Stadt am höchsten. Deshalb stellt die Stadt 1,3 Millionen Euro bereit, um das 40 Jahre alte Schulgebäude samt Außengelände in eine einsatzfähige und brandschutzsichere Kita umzubauen. Sogar das Land steuert Mittel hinzu, weil die Kita ein pädagogisch besonderes Projekt in einem besonderen Stadtteil ist.

In ihrer Kalkulation war der Bima die geplante Sondernutzung offenbar egal. Statt von unabhängigen Experten hat sie die Wertermittlung der Immobilie von eigenen Mitarbeitern vornehmen lassen. Die Stadt wird jetzt mit einem Gegengutachten versuchen, darauf zu antworten.

Würde sie die Schule abreißen lassen und Wohngebäude auf dem zwei Hektar umfassenden Schulareal errichten, würden allein nach dem vom Land ausgewiesenen Bodenrichtwert (155 Euro je Quadratmeter) 3,1 Millionen Euro für das Grundstück fällig. Doch die Stadt will den Boden nicht vermarkten, sondern weiter pädagogisch nutzen.

Kein gutes Zeichen für Verhandlungen um Kasernen-Areal

Die hohen Preisvorstellungen der Bima sind kein gutes Zeichen für die Verhandlungen um das Areal der Princess-Royal-Kaserne. Dazu sollte nach Vorstellung von Stadtbaurätin Nina Herrling in diesem Monat das Wertgutachten der Bima vorliegen – tatsächlich hat die Bundesbehörde nach Auskunft von Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der Gewerbepark Flugplatz Gütersloh GmbH, noch nicht einmal mit der Arbeit daran begonnen. Bis zum Jahresende rechnet er nicht mit einem Ergebnis.

Ein aus Sicht von Gütersloher Maklern faires Angebot legt die Bima indes für die 53 Reihen- und Doppelhäuser an der Thomas-Mann-Straße vor. Zehn Millionen Euro klingen zunächst nach einem ordentlichen Batzen.

Doch heruntergerechnet auf die einzelne Immobilie ergibt das einen Durchschnittspreis von 188.679 Euro, was für den leer gefegten Gütersloher Markt ein Schnäppchen wäre. Von der Thomas-Mann-Straße aus sind Miele und Bertelsmann mit dem Rad erreichbar, Fritzes Schnellimbiss sogar zu Fuß.

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