Ärgerliches Dauerthema: Die Gütersloher Parkanlagen werden immer stärker vermüllt Hier stinkt’s!

Gütersloh (WB). Zerbrochene Flaschen, Pappteller, ausgebrannte Einweggrills, Junkie-Kanülen und seit neuestem auch kleine Tütchen mit Pillen – so sieht das Alltagsgeschäft des Teams Grünflächenunterhaltung der Stadt aus. 40 Kubikmeter Müll schaffen sie monatlich weg. »Und es wird kontinuierlich mehr«, erklärt der Chef der Truppe, Winfried Kosfeld.

Von Elke Westerwalbesloh
Burghard Krämer gehört zum Aufräum- und Instandhaltungsteam. Er zeigt, was sie im Mohns Park gesammelt haben.
Burghard Krämer gehört zum Aufräum- und Instandhaltungsteam. Er zeigt, was sie im Mohns Park gesammelt haben. Foto: Wolfgang Wotke

Und jeder, der mal durch den Mohns Park geschlendert ist, der kennt den Anblick: Neben den Mülleimern lagern vollgestopfte gelbe Säcke – mit Essensresten und Plastikmüll. »Eigentlich hätten die Leute die Säcke mit nach Hause nehmen müssen«, erklärt Frank Schierl. Doch »können wir ja schon froh sein, dass der Müll in Säcke gestopft wurde«, ergänzt er. Er kennt auch ganz andere Arten der Entsorgung.

Auch am Wochenende wird an den Brennpunkten eingesammelt

Der Müll in Gütersloh ist ein Problem. Ganz gleich ob Sommer oder Winter – »viel ist es immer«. Und das Team, welches den Müll beseitigt, ist nicht mitgewachsen mit dem Müllberg. Insgesamt zehn Personen umfasst die Truppe der Grünflächenunterhaltung, die für die Instandhaltung, Reinigung und Reparatur zuständig ist.

Davon sind sechs von morgens viertel vor sieben bis in den Nachmittag hinein mit dem Müllsammeln und auch der Wartung der Spielgeräte beschäftigt. Täglich! »Auch am Samstag und Sonntag fahren wir die Brennpunkte an«, sagt Schierl. Ja, und diese gibt es in der Dalkestadt: Ganz oben führt der Mohns Park die Müllliste an, darauf folgen dann der Stadtpark, der Rigapark und die Weberei (Grünanlage Josefhaus).

Die trinkfesten Helfer gibt es nicht mehr

Während Frank Schierl mit seinem Kollegen Burghard Krämer und einem Häftling aus dem offenen Vollzug die Anlagen checkt und die Überbleibsel der letzten Grillparty einsammelt, müssen sie auch immer öfter Pöbeleien in Kauf nehmen.

»Es gab mal Zeiten, da hat uns eine trinkfeste Einheit, die immer an der Weberei herumlungerte, die Besen aus der Hand genommen, wenn wir angerauscht kamen, und beim Reinemachen geholfen«, blickt Schierl zurück. Das gibt es heute nicht mehr. »Wir machen ganz kleinlaut die Ecken sauber und hoffen einfach, in Ruhe unsere Arbeit machen zu können«, sagt er mit Blick auf den alltäglichen Kampf gegegen den Müll.

Winfried Kosfeld, der diese Probleme kennt, würde gerne an der Situation in den Parks etwas ändern. 160 Spielpunkte plus die Schulen und Kitas hat das Team wöchentlich auf dem Zu-Erledigen-Zettel. »20 am Tag müssen die Teams schon schaffen«, sagt Kosfeld. »Schließlich müssen manche Plätze mehrmals die Woche angefahren werden«.

Selbst Platzverweise nützen nichts

Was die Lösung für die achtlose Vermüllung sein könnte, das weiß Kosfeld auch nicht. »Bei einem Platzverweis kommen sie später wieder«, weiß er und müsste sie dann auch auf frischer Tat ertappen – was er nicht tut.

Auch die Instandhaltung der Spielgeräte wird immer aufwendiger. Jeder Handgriff an einem Gerät wird bei den vier Hauptkontrollen im Jahr fein säuberlich, gar auf einem Laptop, dokumentiert. »Die ein oder andere Sabotage muss dann von unseren Tischlern repariert werden«, weiß Kosfeld, dass die Kosten immer weiter steigen.

Die Stadt gibt im Jahr für Reinigung und Instandhaltung immerhin mehr als drei Millionen Euro (Aufwand für öffentliche Grünflächen in 2018 rund 2,2 Millionen Euro und für die Kinderspielplätze rund 986.000 Euro) aus.

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