300 Assyrer demonstrieren in Gütersloh »Völkermord endlich anerkennen«

Gütersloh (WB/GG). Der Wunsch nach Frieden und die Anerkennung des Genozid an mehr als drei Millionen christlichen Armeniern, Assyrern und Pontos-Griechen vor 103 Jahren, dem sogenannten »Seyfo«, hat am Samstag mehr als 300 Demonstranten auf die Straße gehen lassen.

Zahlreiche Menschen haben an der Seyfo-Kundgebung teilgenommen.
Zahlreiche Menschen haben an der Seyfo-Kundgebung teilgenommen. Foto: Gabriele Grund

Das Organisationskomitee des Assyrischen Mesopotamien-Verein Gütersloh sowie der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und europäischen Sektionen hatten dazu eingeladen. Zahlreiche Gläubige aus den syrisch-orthodoxen Kirchengemeinden sowie kurdische und alevitische Gruppierungen unterstützten die Kundgebung, die unter Polizeibegleitung vom Marktplatz über die Friedrich-Ebert-Straße und Kaiserstraße zum Rathaus führte.

»Die Assyrer fordern Gerechtigkeit für Seyfo«, »Stoppt den Völkermord in Syrien«, »Ich bin die Stimme der Opfer von 1915« und »Schweigen ist Leugnen« war auf Bannern und Schildern, die die Demonstranten in die Höhe hielten, zu lesen. Mit der Demo endete auch ein dreitägiger Hungerstreik, an dem sich mehr als zehn Personen beteiligt hatten, um ihrer Forderungen nach Anerkennung des Völkermords im Osmanischen Reich Ausdruck zu verleihen. Seit Anfang der 1980er Jahren wird die Demonstration jährlich in Gütersloh durchgeführt.

»Wir appellieren an die türkische Regierung und die türkische Bevölkerung, auch die, die mit uns hier in Deutschland lebt und wohnt, dass sie den Völkermord endlich anerkennen und sich damit auseinandersetzen. So war es bis vor kurzem in der Türkei sogar verboten, über den Völkermord zu sprechen«, sagte Aziz Said als erster Vorsitzender des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland. Viele Länder hätten den assyrischen Genozid bereits anerkannt, doch insgesamt sei es immer noch zu wenig, so Ellen Celik, zweite Vorsitzende des Zentralverbandes.

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