Grandiose Jazz-Party der Sazerac Swingers in der ausverkauften Weberei Feiern bis die Mulde kommt

Gütersloh (WB). Die gute Nachricht vorweg: Die Weberei steht noch – obwohl Sazerac-Bandleader Max Oestersötebier den Abriss angedroht hatte.

Von Michael Delker
Glen David Andrews, 2009 für den Grammy nominiert, genießt das Bad in der Menge.
Glen David Andrews, 2009 für den Grammy nominiert, genießt das Bad in der Menge. Foto: Wolfgang Wotke

»Lasst uns so feiern, dass Erwin Bartsch morgen 20 Mulden-Laster losschicken muss«, lachte Oestersötebier, der bei der ersten Sazerac Jazz Night am Freitagabend jede Menge Freunde um sich versammelt hatte – auf und vor der Bühne in der ausverkauften Weberei.

Eine Jazz-Größe kam extra aus New Orleans angejettet. Glen David Andrews, 2009 für den Grammy nominiert, ließ es sich nicht nehmen, seinen Geburtstag in Gütersloh zu feiern. Stagedivend, wie bei seinem unvergessenen Auftritt bei der »Woche der Kleinen Künste« 2016, genoss der Superstar das Bad in der Menge, um sich am frühen Morgen schon wieder in Richtung USA zu verabschieden. »Ich bin traurig, meine Lieblingsstadt in Deutschland schon wieder verlassen zu müssen«, schrieb Andrews kurz vor dem Abflug via Facebook.

»Für die Augen gewöhnungsbedürftig«

Die Sazerac Swingers hatten das Festival so voll gepackt, dass man gut und gerne drei Abende mit Musik der Extra-Klasse hätte ausfüllen können. »Sehr gut«, lobte Güterslohs Jazz-Legende Josef Honcia kurz und knapp die Künstler. Im Ohr bleibt zum Beispiel die grandiose Stimme von Emily Rault. Dem Sazerac-Song aus der Feder von Uli Twelker gibt sie eindringlich ihre Note, sowohl auf der Bühne, auf dem neuen Album als auch im Video, das am Wochenende passend zum Festival auf Youtube freigeschaltet wurde.

Stilecht in oranje gekleidet eroberte die Jazz Connection aus dem niederländischen Breda die zur Louis-Armstrong-Stage umfunktionierte Weberei-Bühne. »Für die Augen gewöhnungsbedürftig, für die Ohren ein Genuss«, meinte Moderatorin Monika Olschweski, die gemeinsam mit Christian Weeke durch den Abend führte. Und Max Oestersötebier setzte noch einen drauf: »Ihr dürft tanzen, ihr dürft ausrasten.«

Und das taten die Gütersloher auch. Als Franck Wolf zum Saxofon griff, fühlte man sich in einen Pariser Jazz-Keller hineinversetzt. Ebenso brillant: der gebürtige Kameruner Terrence Ngassa mit seinem gewaltigen Trompetenspiel. Ihm hätte man noch einige Minuten mehr auf der Bühne gewünscht – vielleicht beim nächsten Mal, denn dass das Festival eine Neuauflage erfährt, dass scheint seit Freitag festzustehen.

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