Allroundtalent sorgt für vergnüglichen Satire-Abend in der Stadthalle Zeiglers heitere Fußball-Welt

Gütersloh (WB). Arnd Zeigler tippt einen Nostalgie-Lederball an und erklärt: »Mit dem hat nicht nur Heiner Stuhlfauth, sondern auch noch Heribert Bruchhagen gespielt.« Zur Erklärung: Torwart-Legende Stuhlfauth hütete in den 1920er Jahren das Tor des 1. FC Nürnberg, der Harsewinkeler Bruchhagen stürmte Anfang der 70-Jahre für den damaligen Zweitligisten DJK Gütersloh.

Von Uwe Caspar
Löst viele Lachsalven in der Stadthalle aus: Fußball-Komiker Arnd Zeigler unterhält sein Publikum bestens.
Löst viele Lachsalven in der Stadthalle aus: Fußball-Komiker Arnd Zeigler unterhält sein Publikum bestens. Foto: Uwe Caspar

Immer wieder bricht Gelächter aus im rappelvollen Nebensaal der Stadthalle, wo auf die rund 400 überwiegend männlichen Besucher Gags, Kuriositäten und Anekdoten nur so einprasseln. Die Steilpässe liefert der erstmals auf Tournee gehende Protagonist: Der aus der sonntäglichen WDR-Fernsehsendung »Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs« bekannte Arnd Zeigler beleuchtet unter dem Tour-Motto »Dahin, wo es wehtut« die absurden Seiten des großen und kleinen Fußballs. Garniert mit lustigen Videoeinspielungen und Fotos sowie frechen Kommentaren von Deutschlands angeblich bestem Kicker-Komiker.

Stadionsprecher, Buchautor und Sänger

Das 52-jährige Allroundtalent (Stadionsprecher bei Werder Bremen, Buchautor und Sänger) amüsiert sein Publikum nicht nur mit frivolen Toren und kabarettreifen Spielszenen: Zeigler lästert zudem kräftig über wechselnde Mode (»Für Effenbergs geschecktes Sakko mussten wohl mehrere Kühe herhalten, der Mann hat einfach Pech mit seinem Modegeschmack«), Frisurentrends und verkorkste Interviews der Stars.

Sein Fett bekommt auch Uli Hoeneß weg, den Zeigler so gern in seiner Sendung hätte. Bayern Münchens Präsident legt anscheinend keinen Wert darauf, so rächt sich Zeigler auf seine Weise: Als er dessen Namen googelt, erscheint auf der Leinwand neben einem Hoeneß mit hochrotem Kopf auch ein Äffchen mit gleicher Gesichtsfarbe. Nicht genug damit: Der Meister der verbalen Grätschen spielt danach ein Interview aus der aktiven Zeit von Hoeneß ab, bei dem der Ex-Profi Intimes ausplaudert: Der Sonntag sei sein »sexueller Tag«.

Charly Dörfel mimt die »sterbende Sau«

Für Erheiterung sorgt ebenso ein Video mit Charly Dörfel: Mit einem Grunzen mimt die frühere Ulknudel des Hamburger SV trotz vorherigen Verbots seiner Ehefrau mal wieder die »sterbende Sau«. Zeiglers trockener Kommentar dazu: »Das würde ich auch mal gern von Mario Gomez sehen.« Den am Abgrund stehenden HSV zu veräppeln, macht dem Werder-Fan besonders viel Spaß. »Heute kann ich das noch machen. Aber nicht mehr, wenn die Hamburger am Wochenende in Wolfsburg gewinnen sollten«, grient Zeigler bei seinem Auftritt in der Stadthalle.

Dort erinnert er sich an ein Bundesligaspiel zwischen Bremen und Bielefeld, bei dem die Arminia-Fans skandierten: »Ihr fahrt nach Gütersloh.« Zeiglers Genugtuung: »Die Arminen sind aber dann häufiger dorthin gefahren.« Auch die Dalkestadt nimmt er auf die Schippe: »Ich weiß nicht so genau, wann Gütersloh zum letzten Mal Deutscher Meister war.« Ein höchst vergnüglicher Abend mit Kultkick-Komiker Arnd Zeigler.

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