Gütersloh: Anrainerkommunen des Flugplatzes wollen am Pflegekonzept mitwirken Die Last des Naturerbes

Gütersloh (WB). Nationales Naturerbe klingt toll, hat aber seine Tücken. Zum Beispiel sind auf solch geadelten Flächen Rad- und Gehwege, Freiflächen-Photovoltaikanlagen oder Sport- und Freizeitaktivitäten ausgeschlossen, mögen sie auch noch so ökologisch angelegt sein.

Von Stephan Rechlin
Die Naturerbeflächen auf dem Gütersloher Flugplatzareal dürfen generell nicht betreten werden. Im Landschaftsplan möchte die Stadt Ausnahmen ermöglichen.
Die Naturerbeflächen auf dem Gütersloher Flugplatzareal dürfen generell nicht betreten werden. Im Landschaftsplan möchte die Stadt Ausnahmen ermöglichen. Foto: Wolfgang Wotke

Die in der Gewerbepark Flugplatz Gütersloh GmbH vereinten Kommunen Gütersloh, Harsewinkel und Herzebrock-Clarholz fordern darum, in die Arbeit an einem Pflege- und Entwicklungskonzept der Sparte Bundesforst innerhalb der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) einbezogen zu werden. Der Kreis möchte ebenfalls über die gut 230 Hektar umfassende Naturschutzfläche mitberaten.

Landschaftsplan ist wichtiger

Beim Status »Naturerbe« handelt sich allerdings nur um eine Absichtserklärung der Bundesrepublik Deutschland, die Flächen dauerhaft für den Naturschutz zu sichern. Rechtlich schwerwiegender sind die Festlegungen im Landschaftsplan. Dazu regt die Stadt in einer Stellungnahme an, die Grenzen des vorgesehenen Naturschutzgebietes pauschal um 50 Meter von der Grenze des geplanten Gewerbe- und Industriegebietes abzurücken. Die dazwischen liegende Fläche sei als geschützter Landschaftsbestandteil festzusetzen. In seiner Vorlage an den Hauptausschuss stellt Bürgermeister Henning Schulz fest: »Damit würde auch im Landschaftsplan dokumentiert werden, dass es weiterhin in diesen Randbereichen des Freiraums zu Vorbela-stungen kommen wird und darf.« Zusätzlich werde um Klarstellung gebeten, dass jenseits der Grenze des zukünftigen Naturschutzgebietes keine Einschränkungen für die gewerblichen und industriellen Nutzungen aus Gründen des Naturschutzes zu fordern seien.

Besondere Orte müssen zugänglich bleiben

Der Erhalt und die Zugänglichkeit besonderer Orte, Gebäude und Anlagen sei ebenso zu gewährleisten wie ein öffentliches Rad- und Gehwegenetz rund um das geschützte Areal inklusive Ausnahmen vom Betretungsverbot »im gelenkten Rahmen«. Eine für die Natur unbedenkliche Nutzung von Photovoltaik sei ausdrücklich zu ermöglichen, etwa auf bereits versiegelten Flächen. Im Boden des Naturschutzgebietes liegen Kanal- und Wasserversorgungsrohre, die weiter genutzt werden sollen und deshalb zugänglich bleiben müssten. Über die Straße Am Stellbrink soll die Verbindungsstraße zwischen den Crash Gates 6 und 4 weiter in Betrieb bleiben.

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