Laienspielschar der Kfd Avenwedde begeistert in vier Aufführungen Wenn der »Heini vom Gesundheitsamt« kommt ...

Gütersloh-Avenwedde (WB). Willi sitzt in seiner Imbissbude. Er liest Zeitung. »Oh, wat is dat?«, fragt er. Das Gesundheitsamt will alle Restaurants überprüfen. »Dat giff sicher Ärger«, ist der Wirt von Bonnhöffers Imbissbude überzeugt. Denn alles, was nicht mehr essbar ist, landet in der selbst gemachten Soße. Das ist bekannt in der Bonnevie.

Von Marie Berg
In Bonnhöffers Imbiss ist mächtig was los – davon überzeugen sich die Zuschauer in vier ausverkauften Vorstellungen.
In Bonnhöffers Imbiss ist mächtig was los – davon überzeugen sich die Zuschauer in vier ausverkauften Vorstellungen. Foto: Marie Berg

Die Laienspielschar der katholischen Frauengemeinschaft Avenwedde hat den plattdeutschen Schwank »Bratwoss Delüx« von Jürgen Weemeyer kurzerhand in den eigenen Stadtteil verlegt und die Texte in Avenwedder Mundart übersetzt. Alle zwei Jahre verwöhnt sie ein breites Publikum mit eigens ausgesuchten mundartlichen Stücken.

Laienspielschar besteht seit fast 70 Jahren

Im Dezember entschieden sie sich für den Schwank »um die Wurst« in drei Akten, die Proben starteten im Januar. Vier Aufführungen im Musikzentrum Altewischer sind ausverkauft. Letzte Aufführung: Freitag, 6. April, 19.30 Uhr. Daher wird auch nicht verraten, wie das kuriose Verwirrspiel um die Einhaltung von Hygienevorschriften und die Teilnahme am Wettbewerb »Das typische Essen vom Dorf« endet. Alle Erlöse werden gespendet.

»Im nächsten Jahr besteht die Laienspielschar 70 Jahre und die Kfd Avenwedde 100 Jahre«, sagt Vorsitzende Renate Westerfelhaus. Die Protagonistinnen verkörpern ihre Rollen großartig, ihre Kostüme entsprechen dem Klischee der Rollen. Die Bühne zeigt eine schlichte Imbissbude mit Theke, Tisch und Fritteuse »Fritti 2000«.

Willi ist mit Leib und Seele Wirt

Willi, wunderbar dargestellt von Angelika Venjakob, ist mit Leib und Seele Wirt der Imbissbude. Ehefrau Emmy, großartig verkörpert von Brigitte Pohlmann, unterstützt ihn. »Emmylein« ist für Einkäufe und Soße zuständig und beste Freundin von Ilse, der Vorsitzenden des Heimatvereins. Kathrin Friesicke geb. Schüttforth weiß die Rolle der Vorsitzenden hervorragend zu verkörpern.

Ebenso »sexy Vamp« Uschi, eine Stylistin mit »dark eyes­«. Uschi, alias Sandra Godau, sorgt für das passende Outfit der Beteiligten. Beide Damen bemühen sich redlich, dass für den Wettbewerb alles passt. Selbst Postbote Horst und Opa Kurwilke (wunderbar dargestellt von Gabi Häublein und Elisabeth Brockmann) werden eingespannt.

Keine Mahlzeit ohne Schnaps vorweg

Jeden Tag verfüttert Willi die vergammelten Lebensmittel an den Opa. »Ich muss den Magen erst auf das Tagesgericht vorbereiten«, weiß dieser und trinkt vor jedem Essen einen Schnaps. Gerade bedient er sich wieder, als »der Heini vom Gesundheitsamt« auftaucht.

Herr Marschall (großartig: Marianne Henkenjohann) entdeckt »eine Brutstätte der Verseuchung« und sei noch nie so unverschämt behandelt worden. Zur Unterstützung holt er den feigen Dorfpolizisten Harry, in der Rolle glänzt Ute Wulf. Aber Uschi, die Stylistin, weiß, wie sie die Situation retten kann...

Nicole Wickern gibt ihr Debüt als Juristin des Wettbewerbs. Als Kunden betreten Anja Rita Wittenstein und Max Godau die Bühne. Souffleuse ist Maria Schüttforth.

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