Gütersloher Berufsinformationsbörse präsentiert am 14. April 118 Aussteller Mit Köpfchen in den passenden Job

Gütersloh (WB). »Mit Bachelor-Absolventen kann man heute die Straße pflastern, einen Klempner bekommt man nicht mehr«, bringt Helmut Flöttmann, Vorsitzender der Probierwerkstatt, die Ausbildungssituation in der Dalke­stadt auf den Punkt. Um Ausbildungsberufe wieder beliebter zu machen, gibt’s am Samstag, 14. April, die Berufsinformationsbörse.

Von Elke Westerwalbesloh
Die Organisatoren (von links): Azubi Sabine Loewen, Burkhard Marcinkowski (Unternehmerverband), Helmut Flöttmann (Probierwerkstatt), Sven Schrader (Agentur für Arbeit), Alena Miorini (Unternehmerverband) und Angelika Wolke (Kreishandwerkerschaft).
Die Organisatoren (von links): Azubi Sabine Loewen, Burkhard Marcinkowski (Unternehmerverband), Helmut Flöttmann (Probierwerkstatt), Sven Schrader (Agentur für Arbeit), Alena Miorini (Unternehmerverband) und Angelika Wolke (Kreishandwerkerschaft). Foto: Elke Westerwalbesloh

Die Berufsinformationsbörse organisiert die Probierwerkstatt mit der Stadt, der Kreishandwerkerschaft, dem Unternehmerverband und dem Kreis Gütersloh. Und da sie dieses bereits zum elften Mal tun, »kann von Probieren gar keine Rede mehr sein«, fügt Flöttmann hinzu.

Jeder Quadratmeter mit Ausstellern belegt

Denn die Berufsinformationsbörse, die in der gesamten Stadthalle und dem kompletten Theater stattfindet, wird jährlich von Tausenden aufgesucht. Von Eltern mit ihren Kindern und den Jugendlichen selbst. In diesem Jahr stellen sich 118 Betriebe in den Hallen vor, 116 Stände werden dafür aufgebaut. »Jeder Quadratmeter ist belegt«, weiß Alena Miorini vom Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh.

In diesem Jahr seien sie von Anfragen geradezu überrollt worden, berichtet Miorini. Vor allem das Handwerk sucht Auszubildende. Angelika Wolke von der Kreishandwerkerschaft bestätigt dieses ebenso wie Sven Schrader von der Agentur für Arbeit.

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»Der Gütersloher Bäckereibetrieb Glasenapp hat im vergangenen Jahr acht Lehrstellen angeboten, und keine konnte besetzt werden.«

Angelika Wolke

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»Der Gütersloher Bäckereibetrieb Glasenapp hat im vergangenen Jahr acht Lehrstellen angeboten, und keine konnte besetzt werden«, ergänzt Wolke, die weiß, dass manches Handwerk aufgrund von Arbeitszeiten und Gehalt nicht attraktiv für junge Leute ist. Auch die Schwemme von Abiturienten, die alle studieren wollen, sei nicht gerade förderlich für die Ausbildungsberufe.

Um so besser, dass die Berufsinformationsbörse den Jugendlichen, die sich noch orientieren möchten, die Möglichkeit gibt, Kontakt zu den Betrieben zu finden. Ob Versicherungskaufmann, Kfz-Mechatroniker, Berufskraftfahrer, Dachdecker, Maler oder Bäcker – dem Orientierungsfeld sind fast keine Grenzen gesetzt. »Manche Jugendlichen kommen zur Börse und haben schon eine Bewerbung in der Hand«, berichtet Wolke von ihren Erfahrungen.

Der Berufskraftfahrer guckt in die Röhre

Und auch für die teilnehmenden Unternehmen gibt es dort die Möglichkeit, herauszufinden, wie die Jugendlichen ticken. Dazu kann Sven Schrader von der Agentur für Arbeit direkt Auskunft geben: »Bei den Jugendlichen gibt es ganz klare Ausbildungstrends. An erster Stelle liegen immer noch die Industriekaufleute, darauf folgt der Einzelhandel, das Büromanagement, gefolgt von den Medizinischen Fachangestellten und Kfz-Mechatronikern«, erklärt Schrader. Und weiß, dass der Berufskraftfahrer in die Röhre guckt. »Das will kaum jemand lernen. Wir haben viele gemeldete Stellen und so gut wie keine Bewerber.«

Natürlich gibt es auf der Börse auch Infos zu Studiengängen. »Damit wirken wir der Entfremdung vom Dualen System entgegen«, wirbt Burkhard Marcinkowski vom Unternehmerverband für eine Koppelung von Ausbildung und Studium, um die Nähe zum Unternehmen zu wahren.

Am Samstag, 14. April, geht’s um 9 Uhr los. Ende ist um 14 Uhr. Vorab läuft am Donnerstag, 12. April, um 19 Uhr ein Elternabend in der Stadthalle im Konferenzraum K22.

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