Lebenshilfe zieht Bilanz – Projekt auf Augenhöhe Beratungsstelle feiert Einjähriges

Gütersloh (WB). Ein Jahr ist schon rum: Seit dem 1. April 2017 bietet die Lebenshilfe Gütersloh umfassende und unabhängige Beratung für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Angehörigen  im gesamten Kreisgebiet Gütersloh an.

Peer-Unterstützer Paulus Elmar (von links), Beraterin Heidi Behr, Peer-Unterstützer David Cross und Patrik Fermani. Es fehlt Beraterin Jaqueline Kawekji.
Peer-Unterstützer Paulus Elmar (von links), Beraterin Heidi Behr, Peer-Unterstützer David Cross und Patrik Fermani. Es fehlt Beraterin Jaqueline Kawekji. Foto: Lebenshilfe

Das auf drei Jahre angelegte Projekt »Beratungsstelle« mit Sitz in Gütersloh, wird von der Aktion Mensch gefördert, die 70 Prozent der Gesamtkosten trägt. Die restlichen 30 Prozent bringt die Lebenshilfe aus Eigenmitteln auf.

»Beratung – so individuell wie Sie selbst!« – diesem Leitsatz folgend  stehen Jaqueline Kawekji und Heidi Behr für ein umfangreiches Fragenspektrum zur Verfügung. »Kaum eine Fragestellung gleicht einer anderen«, resümiert Jaqueline Kawekji. »Deshalb ist es wichtig, sich auf jeden Ratsuchenden individuell einzustellen, um die für ihn passende Lösung zu finden«, ergänzt die Beraterin.

Die Berater zeigen Entwicklungsperspektiven auf.

Nicht immer reicht  eine telefonische Auskunft aus, um die komplexen Frage- und Problemstellungen der Betroffenen umfassend beantworten zu können. Stattdessen braucht es sehr häufig intensive und zum Teil auch langfristig angelegte Beratungsgespräche. »Die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt zu stellen, ist dabei die besondere Herausforderung«, betont Heidi Behr.

Orientiert an dem Konzept der »Persönlichen Zukunftsplanung«, kurz PZP, gelingt es den Beraterinnen, Impulse und Entwicklungsperspektiven für jeden Einzelnen aufzuzeigen.

Der Bedarf an Beratung ist enorm. Allein im ersten Jahr haben mehr als 200 Personen die Beratungsstelle telefonisch oder persönlich in Anspruch genommen.  83 Prozent der Ratsuchenden waren Eltern und nahe Angehörige mit Fragen zu Themen wie Pflege, Freizeit- und Entlastungsmöglichkeiten. Aber auch die intensive Unterstützung bei der Planung eines neuen Lebensabschnitts eines Familienmitglieds stand im Fokus der Gespräche.

Die Lebenshilfe bietet mit diesem Projekt »Beratung auf Augenhöhe« an.

Weitere zwölf Prozent der Kontakte gehen auf Anfragen von Institutionen und Organisationen zurück. Das Interesse an wechselseitigem Austausch und Vernetzung, aber auch die Frage nach weitergehender Unterstützung, bilden hier die Schwerpunkte.

Die Gruppe der Menschen mit Behinderungen, die sich an die Beratungsstelle wendet, liegt bei rund fünf Prozent – Tendenz deutlich steigend. Gerade hier bietet das Beratungsangebot der Lebenshilfe »Beratung auf Augenhöhe«. Angelehnt an das EU-Topside Projekt werden Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu sogenannten Peer-Unterstützern ausgebildet. »Nach einem Jahr Beratungsstelle kann festgestellt werden, dass der Bedarf an personenzentrierter Beratung stetig zunimmt«, fasst Andreas Henke, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Gütersloh, zusammen.

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