Gütersloh: Bürgerantrag schlägt neuen Namen für Kulturtempel vor Wie wär’s mit Dalke-Theater?

Gütersloh (WB). Ein »mit seiner Heimatstadt sehr verbundener Bürger« schlägt vor, dem Gütersloher Theater einen Namen zu geben. Dem Kulturausschuss empfiehlt er in einem Bürgerantrag den Namen »Dalke-Theater«.

Von Stephan Rechlin
Seit 2010 heißt dieses Gebäude »Theater der Stadt Gütersloh«. Dabei kann nach Auffassung von Kulturdezernent Andreas Kimpel auch bleiben.
Seit 2010 heißt dieses Gebäude »Theater der Stadt Gütersloh«. Dabei kann nach Auffassung von Kulturdezernent Andreas Kimpel auch bleiben. Foto: Wolfgang Wotke

Die Idee dahinter: Die Dalke sei prägend für Gütersloh. Die Bürger würden vielfach als »Dalkestädter« bezeichnet, die Dalke fließe auch unmittelbar am Theater vorbei: »Dieser Name ist politisch neutral, mit ihm kann sich jeder Gütersloher identifizieren«, heißt es in dem Antrag.

In seiner Vorlage an den Ausschuss verschließt Kulturdezernent Andreas Kimpel dieses Fass umgehend mit einem passenden Deckel: »Im Vorfeld der Theatereröffnung hat es verschiedene Namensvorschläge gegeben. Dabei hat sich der Name Theater Gütersloh durchgesetzt.« Dieser Name sei inzwischen zu einer Marke geworden und sollte nicht mehr verändert werden.

Initiativen nach dem Krieg

Das neue Theater ersetzte 2010 nicht nur die alte Spielstätte an diesem Standort, sondern auch den Namen Paul Thöne. Der Nachkriegsbürgermeister hatte sich zwischen Trümmern und Flüchtlingsnot für eine Wiederbelebung der Theaterkultur in Gütersloh eingesetzt. In Mohns Park ließ er die Freilichtbühne auf 50.000 Kubikmeter Trümmerschutt errichten. Darüber hinaus beschaffte er Arbeitskräfte und Baumaterial, um die Alte Brauerei an der Bar-keystraße in eine Theaterspielstätte umzuwandeln. Deren Eröffnung im November 1949 erlebte er nicht mehr mit – er war zwei Monate zuvor verstorben.

Die ersten Initiativen zur Wiederbelebung der Theaterkultur nach dem Zweiten Weltkrieg reichen jedoch noch weiter zurück. Theaterwissenschaftler Hans Witwer kehrte 1945 nach Gütersloh zurück und richtete gemeinsam mit seinem Bruder Paul im katholischen Vereinsheim unter den Ulmen (heute Brauhaus) eine neue Spielstätte ein. Die britische Besatzungsmacht erteilte ihnen die Lizenz auf den Namen »Westfalen-Theater.« Das erste, hier gespielte Stück war »Emilia Galotti« von Gotthold Ephraim Lessing.

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