Eine Reihe von hölzernen Hasen bevölkert Vorgärten am Hubertusweg Zu Ostern lebt die Nachbarschaft auf

Gütersloh (WB). Zu Ostern lebt die Nachbarschaft auf: Am Hubertusweg in Gütersloh-Avenwedde stehen pünktlich zum Christenfest große, bunte Hasen aus Holz in den Vorgärten. Zum Aufstellen kommen die Anwohner zusammen.

Von Carsten Borgmeier
Johanna wird bald zwei Jahre alt, der hölzerne Geselle neben ihr ist schon acht. Am Hubertusweg in Avenwedde wird gute Nachbarschaft groß geschrieben, ganz besonders zum Osterfest. Dann werden die Langohren in den Vorgärten aufgestellt.
Johanna wird bald zwei Jahre alt, der hölzerne Geselle neben ihr ist schon acht. Am Hubertusweg in Avenwedde wird gute Nachbarschaft groß geschrieben, ganz besonders zum Osterfest. Dann werden die Langohren in den Vorgärten aufgestellt. Foto: Carsten Borgmeier

Der eine Osterhase trägt einen Schal des Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München, ein anderer hält eine Maurerkelle in der Pfote, ein weiterer Rammler aus Spanplatte scheint sogar Gitarre zu spielen: Der Hubertusweg ist ein Beweis dafür, dass es die früher einmal so wertgeschätzte Nachbarschaft in der heutigen, schnelllebigen Zeit noch gibt.

Denn fast alle Anwohner der nur knapp 500 Meter kurzen Straße beteiligen sich an der Aktion, die Osterhasen in den Vorgärten zu platzieren. Dabei hält man gern ein Pläuschchen, tauscht sich über Neuigkeiten aus. Jens Schulz ist ebenso dabei wie Magdalena und Bernd Westhoff mit ihren Kindern Jan und Johanna. Während das Mädchen in wenigen Wochen seinen zweiten Geburtstag feiert, sind die hölzernen Osterhasen schon fast acht Jahre alt.

Ein Hase zum Geburtstag

Die erste Figur, quasi der Prototyp, war 2010 von den Nachbarn zum 75. Geburtstag des früheren Kirchenküsters Hans Müther gestaltet worden. Da der Ehrentag damals auf einen Ostersonntag fiel, habe man dem »Hänschen« ein Oster-»Hänschen« schenken wollen, erinnert sich Ursula Blomberg, die seit 52 Jahren am Hubertusweg wohnt.

Mit Hildegard Höber, Edith Ortjohann und Aenne Remmert gehört die Rentnerin zu den »Ureinwohnern« jener Straße. Die älteren Frauen begrüßen es, dass die bis in die 1950er Jahre zurückreichende, gute Nachbarschaft von jüngeren Generationen wie Magdalene und Bernd Westhoff oder Lars und Nicole Gollenbeck weiter gepflegt wird.

Aktion zieht Kreise in der Nachbarschaft

Der Osterhasen-Prototyp, der damals Hans Müther geschenkt und zuvor in liebevoller Kleinarbeit ausgesägt und bemalt worden war, zog Kreise am Hubertusweg: Eine weitere Figur bekam Magdalene Westhoff von den Nachbarn 2013 zu ihrem 30. Geburtstag geschenkt. Da sei die Idee gereift, so Bayern-Fan Andreas Kaupenjohann, für jede am Hubertusweg wohnende Familie einen solchen Hasen anzufertigen. An einem Aktionstag im Sommer des selben Jahren schraubten und sägten die Nachbarn an den übrigen, jeweils knapp ein Meter hohen Figuren, die an der Straße jetzt quasi Spalier stehen.

So versuchte jede Familie, einen für sie typischen Hasen zu basteln. Da beispielsweise Reinhold Höber gelernter Maurer war, war klar, dass der Höber-Hase eine Maurer-Kelle in der Pfote halten musste. Dass jetzt nach diesem Einsatz der Hubertusweg in den Osterhasenweg umbenannt werden soll, so weit wollen die Anwohner aber doch nicht gehen.

Außerdem, so ließ Ursula Blomberg durchblicken, steht die nächste Bastelaktion an: Demnach sollen Engel statt Hasen entstehen, pünktlich zu Weihnachten...

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