Behörden warnen vor Wald-Spaziergängen – Aufräumarbeiten im Kreis Gütersloh Nach dem Orkan: Gefahr noch nicht vorbei

Gütersloh (WB). Orkan »Friederike« hat im Kreis Gütersloh ganz schön gewütet. Umgestürzte Bäume werden weggeräumt und Dächer repariert. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Die Städte und Gemeinden in der Region raten Bürgern, Wälder weiter zu meiden. Lose Äste könnten herunterfallen.

Von Wolfgang Wotke
Das Dach der Reparaturwerkstatt der Polizei hat einen nagelneuen Streifenwagen unter sich begraben. Polizei-Pressesprecherin Corinna Koptik begutachtet den Schaden: »Wir haben von unserem Büro aus alles gesehen.«
Das Dach der Reparaturwerkstatt der Polizei hat einen nagelneuen Streifenwagen unter sich begraben. Polizei-Pressesprecherin Corinna Koptik begutachtet den Schaden: »Wir haben von unserem Büro aus alles gesehen.« Foto: Wolfgang Wotke

Die Feuerwehren im Kreisgebiet waren am Donnerstag mit 1091 Einsatzkräften zu 962 Notfällen unterwegs , teilt Kreis-Pressesprecher Jan Focken mit. Bis Freitagmittag war die B61 zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück voll gesperrt. Bäume drohten dort auf der Strecke noch umzukippen und auch abgebrochene Äste, die in den Baumkronen hingen, mussten entfernt werden. »Das Stadtholz bleibt bis auf weiteres gesperrt, weil auch dort nicht absehbar ist, welche Schäden der Sturm angerichtet hat«, sagt Rheda-Wiedenbrücks Pressesprecherin Maximiliane Plöger.

Einen Tag, nachdem Sturmtief über Gütersloh fegte, hat sich die Lage in der Stadt wieder weitestgehend normalisiert. Polizei und Feuerwehr ziehen dennoch ein beeindruckendes Fazit. Mehr als 100 größere Bäume sind im Stadtgebiet umgestürzt. Nicht mitgerechnet sind die Verwüstungen in den umliegenden Wäldern.

Überall liegen abgebrochene Aäste

Viele Wege sind mit Ästen übersät, eine große Buche (Naturdenkmal) am Josefshaus liege flach, berichtet Dr. Elisabeth Menke vom Fachbereich Zentrale Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. »Es wird Tage, ja vielleicht auch Wochen dauern, bis der Fachbereich Grünflächen alles aufgearbeitet hat.« So werde auch am Wochenende in einigen Bereichen gearbeitet. Mit fünf Schleppern, drei Hubsteigern und weiteren Geräten wie Kran und Häcksler seien die Mitarbeiter im Dauereinsatz.

Auf der Baustelle für den Neubau der Feuer- und Rettungswache war am Donnerstag ein sechs Meter hohes Gerüst an zwei Seiten zusammengebrochen. Menke: »Die Stadt hat bereits prüfen lassen, ob Sicherheitsmaßnahmen nötig sind. Das ist nicht der Fall.«

Schäden habe es auch an städtischen Gebäuden gegeben. So wurden an mehreren Schulen Lichtkuppeln in Mitleidenschaft gezogen. Diese würden vorerst provisorisch abgedichtet. In Waldgebieten, Parks und auf Spielplätzen sei weiterhin Vorsicht geboten. Grünanlagen sollen zurzeit nicht betreten werden.

Dachdecker haben alle Hände voll zu tun

Bei den rund 70 Dachdeckerbetrieben im Kreis standen die Telefone nicht still. »Wir haben unzählige Aufträge und Anfragen, die wir nun abarbeiten müssen«, erklärt ein Dachdeckermeister aus Gütersloh. Die Reparaturarbeiten auf den Dächern der Kreispolizeibehörde sind in vollem Gange. Dort hatte »Friederike« zwei riesige Welldächer in sekundenschnelle weggeweht, ein nagelneuer Zivilstreifenwagen wurde darunter begraben. Carsten Pilz, Pressesprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW, bestätigte die dortige Schadenshöhe von 150.000 Euro.

Von den Unwetterschäden betroffene Bürger sollen sich umgehend an ihre Versicherer melden, rät der Gütersloher Versicherungskaufmann Axel Heisterhagen, damit die Schäden schnell begutachtet werden. In der Regel haften Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen. Stürmisch sei es nach ihren Bedingungen ab Windstärke acht, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 63 Stundenkilometern entspreche.

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