»Benutzung auf eigene Gefahr«: Gütersloh sieht kurzfristig keine Reparaturchance Schultafel mit Warnhinweisen

Gütersloh (WB). Gütersloher Grundschulkinder werden mit »Ipads« ausgestattet, doch an 67 von 652 beweglichen Tafeln kann nur noch »auf eigene Gefahr« geschrieben werden. Diesen Warnhinweis ließ die Stadt installieren, weil sie es vorerst ablehnt, die Tafeln reparieren zu lassen.

Von Stephan Rechlin
Vorsicht, jetzt nicht zu doll mit der Kreide aufsetzen. In 67 Gütersloher Schulklassen sind die beweglichen Tafeln dermaßen marode, dass sie nur »auf eigene Gefahr« genutzt werden dürfen.
Vorsicht, jetzt nicht zu doll mit der Kreide aufsetzen. In 67 Gütersloher Schulklassen sind die beweglichen Tafeln dermaßen marode, dass sie nur »auf eigene Gefahr« genutzt werden dürfen. Foto: dpa

Einige dieser Tafeln werden schon seit 30 Jahren genutzt, manche stammen sogar noch aus den fünfziger und sechziger Jahren. Die Schäden sind der thüringischen Firma SF-Service bei einer von der Stadt bestellten Kontrolle im Herbst vergangenen Jahres aufgefallen. Nutzung auf eigene Gefahr bedeutet: Glasfronten sind gebrochen, die Wandhalterungen defekt. Durch das Hereingreifen ins Gegengewicht hinter der Tafel können Gliedmaßen gequetscht werden. Zu diesem Befund erhielten davon betroffene Schulleiter einen von Bürgermeister Henning Schulz unterschriebenen Brief, wonach die festgestellten Mängel kurzfristig nicht behoben werden können. Es gebe im Nahbereich keinen zertifizierten Tafelbauer, der die notwendigen Reparaturen durchführen könne. Den Schulleitern wird für ihr Verständnis gedankt, dass sie mit der Sicherung der defekten Tafeln »ein Stück weit« alleine gelassen werden. Für die Reparatur dringlichster Schäden vor Weihnachten wurden die Schulen an den 22.000 Euro hohen Kosten beteiligt.

»Der Schulträger ist für das Schulgebäude und die Ausstattung in der Schule verantwortlich«, teilt das nordrhein-westfälische Schul- und Bildungsministerium auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage mit. Ein Schulleiter sei verpflichtet, den Träger – in diesem Fall die Stadt – auf mögliche Schäden in der Ausstattung hinzuweisen. Für deren Instandsetzung sei dann jedoch allein der Träger zuständig. Schulen hätten dafür meist gar kein Budget.

In der Stadt wird geprüft, ob die defekten Tafeln nicht am besten gleich gegen moderne, digitale Tafeln getauscht werden können. Neben der Kosten- ist das aber auch eine pädagogische Frage. White- oder Active-Boards halten nicht alle Lehrer für eine geeignete Lösung.

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