LWL-Klinikum Gütersloh: Vor dem Ruhestand hat Reinhard Loer noch einiges vor Erst der Neubau, dann die Rente

Gütersloh (WB). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sucht einen neuen Geschäftsführer für sein Gütersloher Klinikum. Reinhard Loer wird in diesem Jahr in den Ruhestand wechseln – sobald ein Nachfolger in Aussicht ist.

Von Stephan Rechlin
Reinhard Loer hat das Wachstum des LWL-Klinikums Gütersloh in den vergangenen 19 Jahren konzentriert und behutsam gelenkt. Unter seiner Leitung hat sich der Standort zum psychiatrischen und psychotherapeutischen Fachzentrum entwickelt.
Reinhard Loer hat das Wachstum des LWL-Klinikums Gütersloh in den vergangenen 19 Jahren konzentriert und behutsam gelenkt. Unter seiner Leitung hat sich der Standort zum psychiatrischen und psychotherapeutischen Fachzentrum entwickelt. Foto: Carsten Borgmeier

Ein erster Neubesetzungsversuch ist im vergangenen Jahr gescheitert – der Bewerber war aus dem laufenden Verfahren ausgestiegen. Die Aufgabe hat es aber auch in sich. Seit Reinhard Loer sie im Juli 1999 übernommen hatte, stemmte er ein millionenschweres Bauprojekt nach dem anderen. Mögen die siebziger Jahre das Jahrzehnt der therapeutischen Innovationen gewesen sein, so sind die 19 Jahre seit Loers Dienstantritt die Dekaden der Investitionen und des Wachstums. Aus der 1919 gegründeten Heim- und Pflegeanstalt ist ein psychiatrisches und psychotherapeutisches Fachzentrum für ganz Ostwestfalen-Lippe geworden. Gut 900 Angestellte kümmern sich hier pro Jahr um 17.000 ambulante und 5000 stationäre Patienten.

Die großen Brocken

Konzentriert, behutsam, konservativ und ohne viel Aufhebens hat Reinhard Loer dieses Wachstum gelenkt. Kein Cent des rund 65 Millionen Euro hohen Investitionsvolumens wurde ausgegeben, ohne dass die Finanzierung stand, zu der stets ein hoher Eigenanteil beitrug. Der Neubau der allgemeinen Psychiatrie (von zahlreichen Bürgerversammlungen begleitet), die Neurologische Klinik, der Neubau der Bernhard-Salzmann-Klinik samt neuem Sportzentrum, das Zentrum für Altersmedizin und die gerontopsychiatrische Klinik inklusive Kooperation mit dem Elisabeth Hospital – das sind nur einige der großen Brocken, die Loer in Zeiten einer immer stärker die Mittel kürzenden Krankenhauspolitik des Landes hinbekommen hat. Die Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen (ZAB) wurde in Haus 22 auf dem LWL-Areal angesiedelt und erhielt auch gleich ein neues Parkdeck dazu. Der ehemalige Verwaltungstrakt wurde zum Ambulanz-Zentrum umgebaut, das Zentrum für Altersmedizin wird in diesem Jahr ausgebaut.

Zentrum für Familienmedizin

Es sieht so aus als ob Loer bis zu seinem letzten Arbeitstag noch ein paar weitere Male den symbolischen Spaten in den Boden stechen wird. Unter dem Stichwort »Zentrum für Familienmedizin« hat das Universitätsklinikum Hamm bereits im vergangenen Jahr eine Tagesklinik in Gütersloh eingerichtet. In diesem Jahr soll mit dem Bau der großen, neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie begonnen werden – 7,8 der dafür angesetzten zehn Millionen Euro stehen im aktuellen Wirtschaftsplan des Universitätsklinikums.

Im Vermögenshaushalt des Gütersloher Klinikums wiederum wird ein Neubau zur Erweiterung der Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke für 4,2 Millionen Euro angekündigt. Ach ja und »Kleinigkeiten« wie der Ersatzneubau für Haus 08 (48 Betten, 7,2 Millionen Euro) samt Geländearrondierung (zwei Millionen Euro) stehen auch noch auf Loers Plan.

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