Magier Nicolai Friedrich verzaubert in der Gütersloher Stadthalle sein Publikum Eine ordentliche Portion Hokuspokus

Gütersloh (WB). Um auf der großen Bühne der Magier und Zauberer mithalten zu können, braucht es schon aufwändig konstruierte Illusionskünste und scheinbar magische Fähigkeiten. So wie bei Nicolai Friedrich, der am Sonntagabend etwa 350 Besucher in der Gütersloher Stadthalle mit Tricks aus der fantastischen Welt der Mentalmagie unterhielt.

Von Gabriele Grund
Nicolai Friedrich beeindruckt sein Gütersloher Publikum mit einer gelungenen Show. Zwischenzeitlich bittet er auch i Zuschauer auf die Bühne. Seine Tricks wirken dadurch umso authentischer.
Nicolai Friedrich beeindruckt sein Gütersloher Publikum mit einer gelungenen Show. Zwischenzeitlich bittet er auch i Zuschauer auf die Bühne. Seine Tricks wirken dadurch umso authentischer. Foto: Gabriele Grund

Mit seiner aktuellen Ein-Mann-Show »Magie mit Stil, Charme und Methode« präsentierte Friedrich (40), wie Menschen, unter Beherrschung von Körpersprache, Gestik und Verhaltenspsychologie, Willenskraft, unbewussten Wahrnehmungstäuschungen und verschiedenen Rechen-, Rate- und Gedankentricks mental beeinflusst werden können.

Begeisterung opder Gruppenzwang?

Bereichert von einer ordentlichen Portion Hokuspokus, vollmundigen Ankündigungen, geschickten Ablenkungen, unmerklich-subtilen Suggestionen, kleinen Fingerfertigkeiten und ein paar zufällig ausgewählten Helfern präsentierte Friedrich einen gelungenen Showabend, so dass die Zuschauer nach einem anfänglich eher braven Beifall doch noch frenetischen Applaus folgen ließen.

Ob dies eine Macht der Beeinflussung, echte Begeisterung oder einfach die Folge eines Gruppenzwangs war, ist nicht klar. Es war im Grunde auch nicht wichtig, denn der Künstler, der bei der Zauber-Weltmeisterschaft in Peking im Juli 2009 in der Kategorie Mentalmagie den ersten Platz belegt hatte, unterhielt mit einem fesselnden Zaubergeschehen.

Offenkundig ehrlich offenbarte er dabei, dass alle Tricks nur funktionieren, weil die menschliche Wahrnehmung beschränkt sei. »Die gute Nachricht dabei ist, dass wir das nicht bemerken. Die größte Illusion des Gehirns ist, dass wir das Gefühl haben, alles vor unseren Augen wahrzunehmen.«

Tisch mit brennender Kerze schwebt

In einem unaufgeregten Ablauf stellte der Weltmeister sein Können unter Beweis. Und was er alles konnte: Zahlen und Gegenstände raten, Gedanken lesen, Farben und Personen mit geschlossenen Augen erkennen, einen Tisch schweben lassen und schriftlich fixierte Gegenstände materialisieren.

Um die Ernsthaftigkeit seiner Tricks zu untermauern, bezog Friedrich zahlreiche Zuschauer in das Geschehen mit ein. So wie Elias, der, von geheimnisvollen Klängen begleitet, auf Anhieb drei passende Puzzleteile aus Hunderten herausfischte. Oder der kleine Ole, mit dem Nicolai Friedrich auf der Bühne wie von Geisterhand einen Tisch mit einer darauf befindlichen brennenden Kerze schweben ließ.

Oder Miriam, die zufällig von einem anderen ebenfalls ausgewählten Besucher erkoren wurde, weil sie ein Hochzeitsbild in der Handtasche hatte, das Nicolai Friedrich rein mit der Kraft seiner Gedanken erriet. Genauso wie bei Besucher Hartmut, dessen Sternzeichen und Geburtsdatum er über weite Distanz gedanklich »lesen« konnte.

Aus dem Schwamm wird ein Ziegel

Eine Mischung aus Illusion und Beeinflussung auch bei Emily (11), die einen Schwamm erfühlte, der sich aber als Ziegel entpuppte. Oder Fiona, Mutter von Emily, die Friedrich bei einer Mental-Zahlenkombinationsdarbietung assistierte. Und die in der selben Reihe saß wie Hartmut, Emily und Andreas. Letzterer wurde, wie auch Finn und Sonja, über ins Publikum geworfene Frisbeescheiben ausgewählt, um an einer Mentalmagie rund um Worte, Seitenzahlen und Gegenstände teilzunehmen.

Poetisch war auch ein aus bloßen Händen heraus entfachtes Schneegestöber, mit dem Nicolai Friedrich einen wunderbaren Schlusspunkt seiner Show setzte, letztmals die Zuschauer verblüffte und zum Lächeln brachte – und alles mit purer Magie.

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