»Trillmann« wecken Lust auf weitere Konzerte in Gütersloh Packendes Duell zum Auftakt des Jazz-Jahres

Gütersloh (WB). Nachdem das Jahr 2017 bei »Jazz in Gütersloh« mit dem beeindruckenden Solokonzert des 90-jährigen Pianisten Martial Solal aufs Schönste ausgeklungen war, startete die Reihe am Samstagabend mit den vier jungen Jazzern der Gruppe »Trillmann« ins Jahr 2018. Ein sehr gelungener Auftakt, den die Musiker im kleinen Saal der Stadthalle Gütersloh ausschließlich mit ausgefeilten Eigenkompositionen gestalteten.

Von Collin Klostermeier
Die vier Musiker von »Trillmann« haben sich in den USA kennengelernt.
Die vier Musiker von »Trillmann« haben sich in den USA kennengelernt. Foto: Collin Klostermeier

»Trillmann« sind Fabian Willmann am Tenorsaxofon, Janning Trumann an der Posaune, Eva Klesse am Schlagzeug und Florian Herzog am Kontrabass. Letzterer war für den Konzerttermin in Gütersloh allerdings verhindert, wurde aber von Stefan Schöneck erstklassig vertreten.

Die vier Musiker spielen seit rund zweieinhalb Jahren zusammen und haben sich nicht etwa in Deutschland, sondern während eines vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Studienaufenthalts in New York kennengelernt. Dort gaben sie in einem kleinen Café auch das erste »Trillmann«-Konzert und beschlossen anschließend, diese Formation auch nach der Rückkehr nach Deutschland beizubehalten. Gesagt, getan: Die erste CD mit dem vieldeutigen Titel »Foen« ist seit einigen Monaten auf dem Markt, und das Quartett ist regelmäßig auf Tournee.

Bemerkenswerte Bläsersätze sind das Grundgerüst

Beim Gastspiel in Gütersloh, das mehr als die etwa 100 Zuhörer verdient hatte, stellten »Trillmann« ihre musikalischen und kompositorischen Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis. Dabei überzeugte vor allem das packende Zusammenspiel von Posaune und Tenorsaxofon – ein Duell, das Janning Trumann und Fabian Willmann nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim Komponieren ausgiebig pflegen.

»Fabian und ich probieren immer, dem anderen etwas zu schreiben, was er nicht spielen kann«, erklärte der schlaksige Posaunist dem Publikum lachend. Meistens klappt das nicht, dafür kommen aber unterm Strich eindrucksvolle Stücke mit bemerkenswerten Bläsersätzen heraus, die das Grundgerüst des Bandrepertoires bilden. Besonders beeindruckend waren »Murmuration«, das die Band bereits beim ersten Konzert in New York gespielt hatte, sowie das opulente Werk »Die sieben Katarakte des Nil«, wo Posaune und Tenorsaxofon wunderschön interagierten.

Rhythmisch angeschoben werden die beiden Solisten von Eva Klesse am Schlagzeug, die dem Quartettsound mit ihrem energiegeladenen, variantenreichen Spiel in Zusammenarbeit mit dem Kontrabassisten Stefan Schöneck ein solides und spannendes Fundament gab. Am Ende des Abends – das heißt: nach zwei Zugaben – hatten »Trillmann« ihre gesamte Debüt-CD gespielt und dabei das Gütersloher Publikum voll und ganz überzeugt. Wenn das nicht ein guter Start ins neue Jazz-Jahr ist!

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