Beim Singen ist die HSG Gütersloh besser in Form als in der Handballhalle Elf Klassiker in einer Stunde

Gütersloh (WB). Pünktlich um 19 Uhr strömt der letzte große Besucherandrang vom Weihnachtsmarkt zur Apostelkirche, um sich gemeinsam musikalisch auf das heilige Fest einzustimmen. Als kurz darauf Kamilla Matuszewska ihr Keyboard anstimmt, nimmt das Rudelsingen mit mehr als 400 Menschen Fahrt auf. Für den Gastgeber HSG Gütersloh ein schöner Abschluss eines vermurksten Sportjahres.

Von Hendrik Christ
Das Rudelsingen der HSG Gütersloh lockt zahlreiche Besucher an. Der große Chor singt an der Apostelkirche elf weihnachtliche Klassiker.
Das Rudelsingen der HSG Gütersloh lockt zahlreiche Besucher an. Der große Chor singt an der Apostelkirche elf weihnachtliche Klassiker. Foto: Hendrik Christ

Der Handball blieb am Donnerstagabend im Turnbeutel. Statt in der Sporthalle zu schwitzen, wollte der Verein lieber draußen singen – und das in netter Geselligkeit.

Vor gut eineinhalb Jahren hatte der frühere HSG-Vorstand Uli Klau die Idee mit dem Rudelsingen. Mit einem Andrang von knapp 300 Leuten konnte zur Premiere 2016 niemand rechnen. Bratwurst, Bier und Glühwein waren rasch vergriffen. Aber den Güterslohern gefiel es trotzdem, denn sie kamen am Donnerstag wieder. Und diesmal wusste das Orgateam um Uli Klau, Michael Räckers, Stefan Herzog und Christian Hark, welch vielstimmiger Chor sich formieren wird.

»Das Weihnachtskonzert läuft besser als unsere Saison bisher«

Mehr als 400 Leute tummelten sich dicht gedrängt und bei gemütlichem Ambiente auf der Wiese hinter der beleuchteten Apostelkirche. »Pastor Christian Feuerbaum hielt unsere Idee damals schon für eine gute Sache«, verriet Stefan Herzog. Der Pfarrer stattete sogar einen Besuch ab und las in der »Halbzeit« eine Geschichte vor. Vom Gütersloher TV bereicherte der Chor »Stimmwerk« unter der Leitung vom Kamilla Matuszewska das Adventskonzert mit professioneller Stimmlage.

Begleitet wurde der Chor von einem sechsköpfigen Bläserensemble. Joachim Knuth hatte es zusammengestellt. Er trainierte früher die erste Mannschaft der HSG Gütersloh und leitete beruflich eine Musikschule. »Weihnachtssingen kennt man eigentlich vom Fußball«, sagte Stefan Herzog. »Wir dachten uns, das können wir auch in die Hand nehmen.« In einer guten Stunde schaffte der Chor elf weihnachtliche Klassiker. Mit »Alle Jahre wieder«, »Tochter Zion« oder »We Wish You A Merry Christmas« war die volle Bandbreite abgedeckt.

»Das Weihnachtskonzert läuft besser als unsere Saison bisher«, gestand Stefan Herzog ein. Jetzt haben die Handballer ihren Alltagsstress aus Gegentoren, Verletzungen und Spielerwechseln hinten angestellt. In der Landesliga rangiert die HSG Gütersloh mit 1:19 Punkten am Tabellenende. Im nächsten Jahr kann es sportlich nur bergauf gehen. Musikalisch ist die HSG jetzt schon spitze.

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