Gütersloh: Katholische Kliniken akzeptieren neuen Krankenhaus-Entwicklungsplan Die Hospitäler halten still

Gütersloh (WB). Die beiden katholischen Krankenhäuser in Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück werden den jüngsten Feststellungsbescheid des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums akzeptieren. Im Gegensatz zum Städtischen Klinikum Gütersloh nehmen das Elisabeth-Hospital und das Sankt Vinzenz Hospital von einer Klage Abstand.

Von Stephan Rechlin
Das Sankt Elisabeth Hospital wird dem neuen Krankenhausentwicklungsplan zufolge 13 Betten abbauen müssen.
Das Sankt Elisabeth Hospital wird dem neuen Krankenhausentwicklungsplan zufolge 13 Betten abbauen müssen. Foto: Wolfgang Wotke

Dr. Stephan Pantenburg leitet das Gütersloher Elisabeth Hospital: »Wir werden kein langwieriges Klageverfahren gegen den uns zugestellten Feststellungsbescheid anstrengen. Der Vorschlag des Landes bestätigt unser kontinuierliches Wachstum in den vergangenen Jahren.« Das Hospital muss dem Bescheid zufolge 13 Betten abbauen. Auf der anderen Seite sehe das Hospital grundsätzlich das Verfahren selbst und die der Planung zugrunde liegenden Kennziffern mit Blick auf den Krankenhausalltag durchaus kritisch.

Sankt Vinzenz Hospital verliert 49 Betten

Mit einem Abbau von 49 Betten trifft es das Sankt Vinzenz Hospital in Rheda-Wiedenbrück weitaus härter. Allerdings vermag Leiter Dr. Georg Rüter keinen wirtschaftlichen Sinn in einer Klage zu erkennen: »Wir rechnen seit zehn Jahren die Leistungen ab, die wir an unseren Patienten erbringen und nicht die Betten.« Mit den vom Abbau betroffenen Abteilungen HNO, allgemeine und Viszeralchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie habe das Land Disziplinen gewählt, in denen inzwischen tatsächlich immer mehr ambulant behandelt werde. Dafür erhalte die Intensivstation zwei Betten mehr.

Dennoch – und da gebe er der Gütersloher Geschäftsführerin Maud Beste recht – sei der Eingriff des Ministeriums in die Bettenzahl eines Hauses zurückzuweisen. Rüter: »Es ist Grippesaison. Die Häuser sind voll.« Im Sankt Vinzenz Hospital werde deshalb niemand zurückgewiesen: »Und wenn wir irgendwo noch ein Bett brauchen, schieben wir es halt rein.« Abgerechnet werde die Leistung in jedem Fall – das sei inzwischen bis in die höchsten Instanzen gegenüber den Krankenkassen durchgesetzt worden. Etwas anderes seien dauerhafte Überschreitungen des Behandlungskontingentes: »In diesem Fall müssen die Bedingungen neu verhandelt werden.«

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